Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Philipp Luidl

Die Schwabacher

Die ungewöhnlichen Wege der Schwabacher Judenlettern

Cover: Die Schwabacher

Maro Verlag, Augsburg 2005
ISBN-10 3875124154
ISBN-13 9783875124156
Kartoniert, 84 Seiten, 15,00 EUR

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.04.2005

Der Autor, ein Typograph, geht einem spannenden, aber wenig bekannten Kapitel unserer Schriftgeschichte nach, das Rezensent Martin Z. Schröder mit der bei den meisten Zeitungslesern bestimmt nur Achselzucken hervorrufenden Frage einleitet, warum die Deutschen länger als andere Völker die gebrochene Fraktur als Normschrift gedruckt hätten? Und warum heute die Antiqua mit ihren runden Bögen Norm sei? Dahinter verbergen sich, verrät Schröder, weltanschauliche Kämpfe, die vom Mittelalter mit seinen Religionskriegen, die sich unter anderem in Bibelübersetzungen und dem Kampf um eine populäre Schrifttype niederschlugen, bis in die Zeit des Nationalsozialismus reichen. In der Tat habe nämlich Hitler den plötzlichen Umschwung von der gebrochenen Schrift, die noch aus dem Gotischen stammte, zur lateinischen vollzogen; sinnigerweise, wundert sich Schröder, propagierte Hitler die Futura, eine im Bauhaus entstandene Schrift. Um seinen plötzlichen Sinneswandel argumentativ zu untermauern, hätte Hitler die Geschichte von den "Schwabacher Judenlettern" erfunden, eine völlig unhaltbare These, wie Luidl recherchiert habe. Leider springt der Verfasser vom Mittelalter direkt in den Nationalsozialismus, kritisiert Schröder. Die dumpfen nationalsozialistischen Reden findet er eher unerträglich und hätte gern mehr über andere spannende Schriftduelle gehört. So soll Goethe mit seiner Mutter einen Disput über Fraktur und Antiqua geführt haben.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren