Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Englischen übersetzt von Cornelia Holfelder-von der Tann. In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts kämpft die Menschheit ums Überleben: Ein tödliches Virus namens P2 hat achtzig Prozent der Weltbevölkerung befallen. Die Krankheit ist heilbar, allerdings nur durch einen kompletten Blutaustausch. Blut bedeutet Leben; es ist wertvoller als Gold. Der Preis für einen Liter gesunden Blutes liegt bei 1,5 Millionen Dollar. Ein erstklassiges Spekulationsobjekt für Geschäftemacher, die reich werden und zugleich gesund bleiben...
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.11.2000
Superspannend findet Tobias Gohlis den jüngster Thriller von Philipp Kerr, gegen den sich Michael Crichtons "Timeline" harmlos wie ein "Schülerexperiment" ausnehme. Wie immer bei Kerr sieht Gohlis auch diesmal die gekonnte Mischung aus Wissenschaftsphantasie und literarischen Kenntnissen am Werk, die Kerrs Büchern die so spannende "zweite Ebene" liefere. Anspielungen auf Aids, die Zweiklassenmedizin, die Nanotechnologie und Biocomputing ergeben sich aus einem Romanstoff, der vom Blut als kostbarster Währung der Zukunft handelt und teils auf der Erde, teils auf dem Mond spielt. Nun kommen diese Anspielungen keineswegs plump daher, schwärmt Gohlis und verspricht, dass Kerr seinen Plot so geschickt zu verrätseln verstehe, dass er am Ende mit einer ebenso logischen wie überraschenden Lösung aufwarten könne.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2000
Ein tödlicher Virus und Blutbanken, die Hochsicherheitstrakten gleichen, weil ein Liter Blut 1.5 Millionen Dollar kostet: die Story muss den Adrenalinspiegel von Stephan Maus mächtig in die Höhe getrieben haben. In rasender Geschwindigkeit reiht der Rezensent spektakuläre Details des Romans aneinander, wirft mit wortmächtigen Formulierungen um sich wie Arnold Schwarzenegger mit Handgranaten. Kerrs Science-fiction-Thriller sei Initiationsmythos und Heilsgeschichte in einem, lesen wir in kontemplativeren Momenten. Der Text, "wie infiziert vom Zwitterhaften", erscheine selbst als "Doppelwesen aus Mythos und Wissenschaft". Dabei sei zwar manches so genau erzählt, als habe Kerr selbst noch "für den kritischen Stationsarzt überzeugend bleiben wollen". Alles in allem wirkte der Kritiker aber doch ziemlich beeindruckt, als er mit geröteten Wangen das Buch beiseite gelegt und seine Kritik geschrieben hat.
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