Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Peter Matthiesen

Far Tortuga

Roman

Cover: Far Tortuga

Rotbuch Verlag, Berlin 2000
ISBN-10 3434530088
ISBN-13 9783434530084
Gebunden, 450 Seiten, 29,65 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Joachim Kalka. Far Tortuga ist das Ziel des Seelenverkäufers und Schoners Lilias Eden aus West Bay, auf dem Mitte der sechziger Jahre unseres Jahrhunderts eine zusammengewürfelte Mannschaft von Schildkrötenfängern anheuert. Kolumbus hat sie noch gesehen, die kleinen Inseln südlich von Kuba, voll von Schildkröten, so dass er sie "Tortugas" nannte. Später waren sie die "Misteriosas", die geheimnisvoll auftauchten und wieder verschwanden. Sie sind auf keiner Karte verzeichnet. Vielleicht waren sie ein weggetauchtes Riff, vielleicht ein Traum, eine Legende, untrennbar mit den Geschichten der schwarzen Sklaven, der Seeräuber, Schiffbrüchigen und Desperados verbunden, irgendwo in der unendlichen Weite der karibischen See.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2001

Georg Sütterlin erweist sich als kundiger Leser sämtlicher Werke des 1927 geborenen amerikanischen Schriftstellers, Journalisten und Naturforschers Peter Matthiessen. Ausführlich würdigt er eine ganze Reihe von Texten des Autors, dem er mehr Bekanntheit im deutschen Sprachraum wünscht. Denn dessen Sprache sei stets glasklar, präzise und voller literarischem Verve. So auch in "Far Tortuga", das erst jetzt von Joachim Kalka sehr gelungen ins Deutsche übersetzt worden sei, lobt der Rezensent. Subtil, verhalten und ohne jeden Pomp, mit einer eigentümlichen Poesie, schildere Matthiessen das Leben von karibischen Schildkrötenfischern, Menschen, deren Gewerbe dem Aussterben geweiht sei. Matthiessen habe dafür nicht die klassische Romanform gewählt. "Far Tortuga" sei ein Prosapoem. Kurze Textblöcke, Satzfragmente, manchmal nur einzelne Worte auf großformatigen Seiten sowie die Skizzen und Vignetten von Kenneth Miyamoto geben dem Buch einen außergewöhnlichen typographischen Anstrich, der auch in der deutschen Ausgabe "lobenswerterweise" übernommen worden ist, gibt ein zufriedener Sütterlin bekannt.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.2000

Einen Abenteuerroman von großem Format habe der in New York lebende Autor geschrieben, freut sich Heinrich Detering. Als ebenbürtige Autoren werden Steinbeck, Conrad und sogar Melville genannt, mit dessen "Moby Dick" "Far Toruga" aus der Sicht des Rezensenten Gemeinsamkeiten hat. Erst ganz am Ende erfährt man, dass dieser Roman in den USA schon vor 25 Jahren erschien. Vorher haben wir sehr viel über die Windungen und Wendungen der Geschichte erfahren, und auch, welche erzählerischen Kunstmittel angewandt wurden. Detering beschreibt den Roman teilweise wie einen Film, redet von Kameraführung, Schnitt und Regie. Die Übersetzung von Joachim Kalka wird wegen ihres "Gespürs für die rhythmische Phrasierung des Textes" als kongenial gelobt.

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