Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Das erste Buch von Peter Licht ist ein Journal der Gegenwart; eine Textsammlung mit Geschichten, Gedichten, Tagebuchfetzen, Slogans und Songtexten. Peter Licht sammelt Momente, die in ihrer Privatheit immer auch den aktuellen Zustand der Gesellschaft beleuchten. Tragisches ist komisch. Und Poesie nicht von unbegrenzter Haltbarkeit - sondern von Säure durchsetzt. Zwischen Erkenntnissen über die eigene Sterblichkeit und dem Versuch, Gegenwart einzufangen (?Alles, was ist dauert drei Sekunden. Eine für vorher, eine für nachher und eine für mittendrin") steht der Chronist zwischendurch auch mal in Unterhosen da. Oder stellt trocken fest: ?Am nächsten Sonntag ist Europawahl. Ich werde England wählen." An die Tradition von Popliteraten der ersten Generation wie Rolf Dieter Brinkmann anknüpfend, entsteht das Bild einer sozial und kulturell versprengten Gesellschaft, deren Widersprüche sich im Leben des Einzelnen fortsetzen. Die titelgebende Zeile "Wir werden siegen" ist aber weniger politische Parole oder gar ironisches Zitat. Eher ein Mantra; eine Beglaubigung der eigenen Stärken.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.07.2006
Als "Tagebaubuch von irrlichternder Anarchie", das sich in seiner "enzyklopädischen Verve und Vernetzhäutung" nur mit der Genialiät der Tagebücher Helmut Kraussners messen könne, feiert Rezensent Albert Ostermaier seinen Schriftstellerkollegen und die in diesem Band versammelten "Gedichte, Gedankensplitter, Zeichnungen, Prosaminiaturen, Sinnsprüche, Epigramme und Songtexte" zur Zeit. Bei der Lektüre von Ostermaiers Hymne beginnt man gelegentlich allerdings um die Gesundheit ihres Autors zu fürchten. Denn er möchte dieses "Bestiarium des Beats", das ihm Deutschland und seine Phänotypen offensichtlich so gründlich durchdefiniert hat, dass er selber das Denken nur noch notdürftig ausüben will, nämlich "immer dabei haben", es "zwischen zwei Küssen lesen", mit ihm im Gras liegen und zusehen, wie zwischen den Seiten Schmetterlinge heraus fliegen oder gleich damit im Fahrstuhl stecken bleiben. Uns beruhigt dann aber, dass Ostermaier schließlich empfiehlt, doch auch mal "Tiefenschichten, Assoziationsketten, Referenzsysteme" der Texte des Bandes freizulegen, und zu diesem Zweck Kafka, Brecht, Beckett oder Arno Schmidt aus dem Bücherschrank zu nehmen.
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