Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Peter K. Wehrli

Katalog von allem

1111 Nummern aus 31 Jahren

Albrecht Knaus Verlag, München 1999
ISBN-10 3813501345
ISBN-13 9783813501346
Gebunden, 415 Seiten, 22,96 EUR

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Klappentext

Die Fahrt im Orient-Express von Zürich nach Beirut dauerte 1968 noch fast eine Woche. Als der Zug aus dem Bahnhof Zürich rollte, merkte Peter K. Wehrli plötzlich, daß er seinen Fotoapparat zuhause vergessen hatte. Nach anfänglicher Wut über sich selbst kam ihm die Idee, die Erinnerungsbilder statt mit der Kamera nun mit den Mitteln der Sprache anzufertigen. Alles, was ihm auffiel, alles, was er fotografiert haben würde, wenn er die Kamera dabei gehabt hätte, bildete er nun mit Wörtern ab. Und weil man ein fotografisches Bild durch den einmaligen Druck auf den Auslöser erzeugt, mußte er sich folgerichtig das Gesetz auferlegen, jeden Gegenstand, den er fotografiert hätte, in einen einzigen Satz zu fassen. So entstand der "Katalog der Dinge, die ich fotografiert hätte, wenn ich meine Kamera nicht vergessen hätte".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2000

Anfangs schien Gennaro Ghirardelli die Idee recht spannend zu finden, eine Reise nicht mit der Kamera zu dokumentieren, sondern Schnappschüsse mit Worten anzufertigen. Und für so manche der Blitzlichter Wehrlis kann sich der Rezensent auch durchaus begeistern, etwa wenn der Autor Szenen aus einem Eisenbahnabteil festhält oder andere zufällige Begegnungen. Doch all dies ist dem Rezensenten offenbar recht bald langweilig geworden: "Lähmende Eintönigkeit" bescheinigt er dem Großteil des Bandes, insbesondere, weil Wehrli nach und nach von seinem ursprünglichen Konzept abweicht und die Reiseschilderungen eher den Charakter eines Tagebuchs bekommen. Damit dieses auch für Außenstehende interessant bleibt, hätte Wehrli - nach Ansicht Ghirardellis - jedoch mehr aus dem Privaten heraustreten müssen. Außerdem geht ihm die moralisierende Haltung des Autors spürbar auf die Nerven, der sich als "weitgereister Intellektueller von altachtundsechziger Prägung" erweise. Auch einige "stilistische Gespreiztheiten" sowie einen manieristischen Umgang mit Dialekten gehören für den Rezensenten vermeidbaren Schwächen des Buchs.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.12.1999

Der Journalist vergisst seinen Fotoapparat; statt Bilder zu knipsen beschreibt er, was er sonst fotografiert hätte und numeriert seine Notizen wie Fotos; daraus sind Wehrlis "1111 Nummern aus 31 Jahren" entstanden, die Hermann Wallmann staunend zu einem der "wunderlichsten Bücher der letzten Jahre" erklärt. Mit Rückgriff auf Dittberner und Handke reflektiert Wallmann, was dem Autor vielleicht durch den Sinnn gegangen ist, als er aus seinen Notizen solche numerierten Miniaturen machte. Die geschärfte Aufmerksamkeit, die sonst dem Auge der Kamera überantwortet ist, hat zu vielerlei Beschriebenem geführt, das sich aneinanderreiht, auswächst, in einen Dialog miteinander tritt - Regentropfen auf Baumblätter prasselnd, ein Kneipengast, Handke als Interviewpartner - und den Rezensenten angenehm unterhalten.

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Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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