Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Peter Bichsel

Doktor Schleyers isabellenfarbige Winterschule

Kolumnen 2000-2002

Cover: Doktor Schleyers isabellenfarbige Winterschule

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN-10 3518413899
ISBN-13 9783518413890
Gebunden, 124 Seiten, 18,90 EUR

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Klappentext

Peter Bichsel bildet nicht die Welt ab, "wie ist angeblich ist", sagt Peter von Matt, sondern er hat gelernt, "auf die Stimmen der Welt zu hören, sie aufzufangen und mit ihnen zu arbeiten, sie zu verbinden und zu fügen, spielerisch und doch in strenger Komposition". Nirgendwo lassen sie jene "Stimmen der Welt" besser, deutlicher vernehmen als in jenen so eigensinnigen Geschichten, die Peter Bichsel "Kolumnen" nennt: Beobachtungen von unterwegs - und Beobachtungen in "Doktor Schleyers isabellenfarbiger Winterschule".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.10.2003

Gabriele Killert ist von diesem Band mit Kolumnen des Schweizer Autors Peter Bichsel sehr eingenommen. Sie schätzt dessen Bescheidenheitsgestus, der sich in den Texten zeigt. Bichsel "gibt gern Fragen auf eilfertig gestellte Antworten", stellt die Rezensentin angetan fest. Seine Kolumnen, die zwischen 2000 und 2002 entstanden sind, geraten dabei häufig von "plätschernden Plauderbächlein in reißenderes Gewässer", beispielsweise von der Frage nach der liebsten Krawatte zum "Lieblingsbösewicht der Amerikaner", so Killert fasziniert. Weniger "intellektuelle Brillanz" als vielmehr das Vermögen, zu irritieren und zu verstören, mag die Rezensentin an diesen Texten.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.06.2003

Nur die Titel sind lang und kompliziert, behauptet Meike Fessmann und empfiehlt den Gang in die Buchhandlung mit den Worten "Einen Bichsel bitte". Für Fessmann ist Bichsel ein Phänomen: sein Werkverzeichnis wird immer länger, seine Werke werden immer kürzer. Beim vorliegenden Band hat das seinen Grund, es handelt sich um Kolumnen, die das Format "Feuilleton" aufs Schönste "nobilitieren", schreibt die Rezensentin. Selten lasse sich so gut nachvollziehen, wie eine Formatvorgabe eine bestimmte Schreibweise und Weltsicht erzeuge. Auch Robert Walser habe keine Kurzprosa sondern Feuilletons geschrieben, darauf weise Bichsel zu Recht hin. Bichsel sammelt Buchstaben, klaubt Worte zusammen wie Geschichten auf der Straße, bringt die Sprachlosigkeiten zum Klingen, lobt Fessmann; er setze die Maßstäbe stets selbst, mache Kleines groß und umgekehrt, mit dem Erfolg, dass alles den Schlüssel zur Welt enthalten kann. "Dimensionsverrückungskunst" nennt Fessmann das. Oder eben "einen Bichsel".

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2003

Es gibt, weiß Angelika Overath, Abenteuer, von denen die Tüchtigen und unermüdlich Voranschreitenden nichts ahnen. Man benötigt dafür kein übermäßiges Ego, sondern kindliche Entdeckerlust - und man findet sie in der Sprache. Peter Bichsel erinnere uns in seinen Kolumnen an diese Abenteuerwelten, an jene "Wörterkontinente, die nicht anders als lesend zu bereisen sind". Denn wo sonst gebe es eine Katze mit "isabellenfarbigem" Fell, wenn nicht in dieser ganz und gar wirklichen, nur eben geheimen Welt der "Wortimagination"? Overath empfiehlt einen guten Begleiter für die Neugierigen und Scheuen: "Bichsels kurze, menschenfreundliche Einwürfe zum wahren Leben im falschen sind ein unermüdliches Plädoyer für die kleine Exotik des Abseitigen."

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren