Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Dänischen von Hanns Grössel. Ein geheimnisvoll vibrierender Stein reist durch ganz Deutschland. Er wird vererbt, verschenkt und verkauft, und die Lebensgeschichten seiner wechselnden Besitzer quer durch das 20. Jahrhundert verknüpfen sich in der irritierenden Faszination, die von diesem Stein ausgeht.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.03.2006
Unbedingt weiterlesen!, rät Rezensent Uwe Stolzmann für die ersten Seiten, und man solle bitte nicht sein prosaisches Referat schon für die in Wahrheit so wunderbar wie "spielerisch" erzählte Geschichte nehmen. "Ironie, Tempo und Tiefgang", Adolphsen beherrsche alle Register, preist Stolzmann. Für was? Für eine Art Staffellauf mit dem "Brummstein" des Titels, einem Felsenbröckchen aus einer Schwyzer Alpenhöhle, dem schon sein Finder im Jahr 1907 "die Erdbeben von 125 Millionen Jahren" abgelauscht habe. Dann wird der Brummstein "verschenkt, vergessen, verloren, vererbt" und mit dem Stein gelange der Leser zu einem Anarchisten nach Berlin, dann zu einer Berliner Jüdin, ins Hamburger Fundbüro und so fort. Warum, fragt der Rezensent, lasse der dänische Autor sein Miniatur-"Welttheater" mit so vielen knapp, aber kenntnisreichen geschilderten Lebensgeschichten ausgerechnet durch Deutschland reisen? Man erfahre es nicht. Wie der Brummstein sei auch die Erzählung ein kleines Wunder.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.02.2006
Thomas Fechner-Smarsly ist von dieser schmalen Erzählung von Peter Adolphsen fasziniert und begeistert. Auf gerade mal 90 Seiten wird mit der Geschichte eines ominösen "Brummsteins" Erdgeschichtliches, die schreckliche Geschichte des 20. Jahrhunderts und moderne Kunst verhandelt, so der Rezensent verblüfft. Er zeigt sich von der "souveränen Chuzpe", mit der der dänische Autors seinen Stoff geradezu zusammendrängt, beeindruckt, und fühlt sich besonders durch den lapidaren Ton an Texte von Daniel Kehlmann erinnert. Dem Autor dieses "hinreißenden" Buches gönnt der Rezensent jedenfalls einen "ähnlichen Erfolg" wie Kehlmann. Ob die ungeklärten Todesfälle im Buch mit dem Stein zusammenhängen, bleibe die "unheimliche, offene Frage", die den Rezensenten offensichtlich bis zum Schluss in den Bann gezogen hat.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2005
Steffen Kraft findet zwar, dass sich die Handlung der Erzählung des dänischen Autors Peter Adolphsen, in dem ein geheimnisvoller Stein seinen Besitzern nicht selten einen plötzlichen Tod bringt, "nicht unlogisch" entfaltet. Der Versicherungsdirektor, der den Brocken Anfagn des 20. Jahrhunderts aus dem Hölloch bei Schwyz meißelt, wird von einem Sofa erschlagen, die letzte Eigentümerin, die den Stein knapp hundert Jahre später an die Fundstelle zurückbringt, stirbt an den Folgen der Klettertour. Aus dem "Wesen" seiner Charaktere allerdings entwickelt sich die Geschichte aber nicht, kritisiert Kraft. Insbesondere die weiblichen Protagonisten ließen ihre Handlungsmotivation "mehr erahnen als erkennen". Der Autor scheine sich mehr für die Reise des Steins durch die Zeiten und Deutschland zu interessieren, stellt der Rezensentfest, der insbesondere an der spürbaren "Lust" an der Sprache, die Adolphsen auch in seinen bisherigen Werken an den Tag gelegt hat, den Reiz der Erzählung festmacht.
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