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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Peter Ackroyd

Wie es uns gefällt

Roman

Cover: Wie es uns gefällt

Albrecht Knaus Verlag, München 2007
ISBN-10 3813502635
ISBN-13 9783813502633
Gebunden, 224 Seiten, 17,95 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Eva L. Wahser. Das Geschwisterpaar Mary und Charles Lamb lebt in der pulsierenden Metropole London. Der Enge ihres Elternhauses, der geistigen Umnachtung des Vaters und der Bigotterie der Mutter suchen sie in die helle Welt von Dichtung und Philosophie zu entfliehen. Mary, der als Mädchen schulische Bildung verwehrt ist, saugt wie ein Schwamm begierig alles auf, was ihren Geist anregt. Ungeduldig wartet sie jeden Abend auf die Rückkehr ihres Bruders von seiner monotonen Arbeit, um mit ihm über Literatur zu diskutieren. Bald kann sie mit seinem Wissen leicht mithalten. Eines Tages lernt sie den Buchhändler William Ireland kennen. Als dieser ihr erzählt, dass er einen Komödientext entdeckt hat, der nur von William Shakespeare stammen kann, weiht Mary ihren Bruder in das Geheimnis ein. Eine wahre Shakespeare-Euphorie erfasst die Geschwister. Endlich sind sie selbst Akteure in einem großen Spiel. Doch es geht um mehr als Theater, und nicht nur Williams Liebesspiel mit Mary ist falsch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.01.2008

Um einen nicht unbedingt meisterlichen, aber allemal dreisten Fälscher aus dem 18. Jahrhundert geht es in Vielschreiber Peter Ackroyds neuestem Buch, erfahren wir von Rezensent Martin Halter. Um den Erfinder von Shakespeare-Autografen und -Texten William Ireland, der sich, wie jeder Fälscher noch, natürlich als Finder des Erfundenen ausgab. Ein Weilchen kam er damit durch, aber das brandneue Shakespeare-Stück um "Vortigern und Rowena" nahm ihm die Mitwelt dann doch nicht mehr ab. Ackroyd bringt in diesem Roman, an dem vieles, genau das aber nicht der Wahrheit entspricht, mit der Shakespeare-Nacherzählerin Mary Lamb in Kontakt. Diese Begegnung der Außenseiter findet der Rezensent ganz überzeugend erzählt; auch als detaillierter Kenner der Kaschemmen der Zeit erweise sich der London-Biograf Ackroyd ein weiteres Mal. Nicht zufrieden ist der insgesamt freundlich, aber wenig enthusiastisch berichtende Rezensent mit der "holzschnittartigen Psychologie der Literatur- und Liebesschwindler" dieses Romans.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.12.2007

Thomas Leuchtenmüller muss zum wiederholten Mal feststellen, dass Peter Ackroyd zwar ein begnadeter Biograf und Historiograf ist, der sich in seinem Oeuvre insbesondere seiner Heimatstadt London und klassischen Autoren der britischen Literatur gewidmet hat, in rein fiktionalen Gefilden aber eine Enttäuschung ist. So kann den Rezensenten auch Ackroyds historischer Roman über den 1775 geborenen Charles Lamb und seine geistesgestörte Schwester Mary, deren gemeinsam verfasste "Tales from Shakespeare" große Popularität errangen, nicht überzeugen. Zwar zeige der Autor seine ganze Kunst, indem er sehr plastisch das Leben der Lambs im London der Zeit schildere und auch mit komischen Begebenheiten und pointierten Beobachtungen nicht geize, so der Rezensent anerkennend. Allerdings hat Leuchtenmüller so manche Anekdote schon in anderen Büchern des Autors gelesen und er bedauert, dass Ackroyd glaubt, sich auf die Kraft des versteckten Selbstzitats verlassen zu können, wo es sich doch im Grunde um reine "Selbstkannibalisierung" handelt. Außerdem ist für den Rezensent die Mechanik des routinierten Schaffensprozesses allzu spürbar.

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