Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Paulheinz Wantzen

Das Leben im Krieg 1939-1946

Ein Tagebuch. Aufgezeichnet in der damaligen Gegenwart

Cover: Das Leben im Krieg 1939-1946

Das Dokument Verlag, Bad Homburg 1999
ISBN-10 3980695816
ISBN-13 9783980695817
Gebunden, 1664 Seiten, 65,45 EUR

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Klappentext

Mit 2320 Abbildungen. Aus dem Vorwort: Vor Ihnen liegt eine zeitgeschichtliche Dokumentation. Es ist ein Tagebuch, aufgezeichnet in der damaligen Gegenwart durch den Journalisten und Schriftleiter der Münsterschen Zeitung, Paulheinz Wantzen (1901-1974). Wantzen schrieb dieses Tagebuch, bestehend aus 19 Büchern mit insgesamt 6.200 Manuskriptseiten, in der Zeit von 1939 bis 1946. Zusätzlich hat er ca. 4.500 gesammelte Dokumente wie Zeitungsartikel, Fotos, Flugblätter, Lebensmittelmarken usw. eingefügt. Geschrieben in altdeutscher Schrift (Sütterlin), gibt es nahezu lückenlos das Geschehen der sechs Kriegsjahre aus der Sicht eines Journalisten ?in der Heimat? wieder. Wantzen berichtet in und von Münster, aber diese Berichte und die beschriebenen Lebensumstände sind sicherlich auch repräsentativ für andere Städte. Wantzen war nie Mitglied der NSDAP ? wie viele seiner Zeitgenossen sympathisierte jedoch auch er mit den vorgestellten Plänen und Zielen des Regimes. Er stand diesem aber auch sehr kritisch gegenüber - wie er in vielen Bemerkungen zum Ausdruck brachte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2001

Iring Fetscher findet das Tagebuch des unbelehrbaren nationalsozialistischen "Hauptschriftleiters" Paulheinz Wantzen bei allen Vorbehalten gegen die politische Einstellung des Verfassers überaus informativ. Denn Wantzen habe nicht nur während des 2. Weltkrieges seine Gedanken aufs Papier gebracht, sondern diese mit zahlreichen Flugblättern der Alliierten, Zeitungsausschnitten und vertraulichen Informationen aus dem Propagandaministerium illustriert. Für den Rezensenten ist das Tagebuch nicht nur eine wichtige Quelle zur "Geschichte 'nicht ganz von unten'", sondern auch zur Wahrnehmung eines "unbelehrbaren" Nazis. Sympathisch ist Wantzen dem Rezensenten keineswegs, aber eine positive Eigenschaft mag Fetscher ihm lassen: Sein Sammelfleiß hat der Nachwelt durchaus spannende Dokumente erhalten.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2000

Recht fasziniert äußert sich Klaus Natorp über dieses voluminöse, außerdem mit Zeitungsausschnitten und Flugblättern bereicherte Tagebuch eines Münsteraner Regimeanhängers in der Nazi-Zeit. Der Rezensent zeichnet nach, wie Wantzen, gerade durch seinen Detailreichtum, ein Bild vom Alltag jener Zeit gibt. "Schwer erträglich" sei das manchmal, zumal Wantzen keinerlei Distanz zum Regime habe und gläubig seine Propaganda nachbete. Natorp macht aber auch darauf aufmerksam, dass sich die Menschen damals kaum informieren konnten und darum besonders anfällig für die Verlautbarungen des Systems blieben. Und "wer beim Abhören von Feindsendern ertappt wurde, musste mit Zuchthaus rechnen". Natorp empfiehlt jedem interessierten Leser das schmerzliche Vergnügen, "einen typischen Deutschen von damals im Originalton zu hören".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren