Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Paule Constant

Vertrauen gegen Vertrauen

Roman

Cover: Vertrauen gegen Vertrauen

Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1999
ISBN-10 3627000676
ISBN-13 9783627000677
Gebunden, 270 Seiten, 20,35 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Michael Kleeberg. In Middleway, im amerikanischen Oxford in der Nähe von Kansas, wachen vier Frauen am Tag nach einem feministischen Kongress im Haus von Gloria Patter auf. Sie ist Organisatorin und Begründerin der "Feminine Studies", eine namhafte Literaturwissenschaftlerin und Frauenkämpferin. Alle vier haben mit weiblichem Selbstbewußtsein exemplarische Karrieren gemacht und ziehen nun Bilanz. Stück für Stück enthüllen sich in Rückblenden die Lebensgeschichten der vier Frauen, knapp jenseits der Lebensmitte und auf dem Zenit ihrer Karrieren.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.06.2000

Den ältesten und den jüngsten Roman der französischen Goncourt-Preisträgerin Paule Constant, die jetzt beide zeitgleich auf Deutsch erschienen sind, bespricht Alexandra Kedvec mit viel Verve, wobei sie zu dem Schluss kommt, daß Constant für ihren exotischen Erstling "Ouregano" durchaus den renommierten Literaturpreis verdient hätte, den sie nun für ihr jüngstes Buch "Vertrauen gegen Vertrauen" (mit dem sie Michel Houllebecqs "Ausweitung der Kampfzone überrundete) eher ungerechtfertigterweise erhalten hat.
1) "Vertrauen gegen Vertrauen"
Es fallen wunderbare Formulierungen in dieser eher ablehnenden Besprechung, die vermuten lassen, dass Paule Constants Frauen-Campusroman mit seinem Hang ins Satirische durchaus anregende Wirkung auf die Rezensentin gehabt haben muss. Da ist von "Schnittmusterkatastrophen" der vier gealterten Feministinnen die Rede, die, das gesteht Alexandra Kedvec zu, teilweise "mit feinem Stich ausgeführt worden sind" oder "schöner, sich am Rand der Satire zu verträumten Arabesken kringeln". Dennoch ist Kedvec die Geschichte von Gloria, Babette,Lola und Aurore, die aus wechselnden Perspektiven und in verschiedenen Zeitebenen berichtet wird, zu dürftig, schwankend zwischen Sozialkitsch und Zynismus. Die Autorin kann anders, kann es besser, weiß die Rezensentin, und bedauert, daß Constant nicht beim Sinnlichen und Exotischen geblieben ist, wie sie es in ihrem Debütroman "Ouregano" unter Beweis gestellt hat.
2) "Ouregano"
Dieser Roman der 1944 geborenen Autorin, die heute in Aix-en-Provence Literatur lehrt und selbst in Afrika gelebt hat, wie Alexandra Kedvec zu berichten weiß, ist bereits vor 20 Jahren entstanden. "Ouregano" - Ein beliebiger Ort, ein blinder Fleck auf der Landkarte Kolonialfrankreichs, dessen Leben Constant kaleidoskopartig aus den Augen seiner Bewohner schildert und zusammensetzt. Das ergibt lauter "böse Geschichten" entlang von Rassismus und Langeweile, die Kedvec deswegen so gefallen, weil sie trotz ihrer sinnlichen Sprache und dem exotischen Flair nichts "Tränenfeuchtes darin glitzern, nichts Treuherziges darin lächeln" lassen. Ein Erstlingsroman, meint die Rezensentin, dem der Wille zum Entlarven zwar anzumerken ist, der aber dennoch nuancenreich und lebendig ist.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.11.1999

Sacha Verna äußert sich eher missmutig zu dem Roman der Goncourt-Preisträgerin - sie hatte sich 1998 gegen Michel Houellebecqs skandalösen Roman "Elementarteilchen" durchgesetzt. Die vier Schicksale intellektueller Frauen, die in einem geschlossen Kreis in einer amerikanischen Universitätsstadt ihre existenziellen Probleme wälzen, findet Verna klischeehaft: "überzeichnete Endzeit-Emanzen".

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.11.1999

"Hass gegen Selbsthass" wäre auch ein passender Titel für diesen Roman über vier alternde Frauen aus der Frauenbewegung gewesen, findet Elke Schmitter. Leider fürchtet sie, dass Constants Szenen aus der Wohnküche einer schwarzen Literaturdozentin "keine Spur im Gedächtnis hinterlassen" werden. Der Roman sei ohne Perspektive, die Erzählhaltungen seien unklar und ineinander verschwimmend - man wisse nie so recht, wer aus welcher Szene spreche, die beschriebene Figur oder die Autorin selbst: Darum "teilt sich dem Leser nicht mit, warum ... diese Frauen Interesse und Mitgefühl verdienen sollen - was man zum Leben so braucht."

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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