Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Birgitte Jakobeit. Während ihr Vater sich einer Operation unterziehen muss, wird Emma für ein paar Wochen bei ihrer Tante Bea und Onkel Krispin untergebracht. Die beiden leben in einem Strandhaus in Long Island, direkt am Meer. Emma hat sie bisher nur einmal gesehen und fühlt sich von Anfang an in dieser Umgebung nicht wohl. Tante Bea verhält sich merkwürdig und behandelt das Mädchen mit eisiger Schroffheit, da kann auch Onkel Krispin mit seiner unbeholfenen Herzlichkeit nichts ausrichten. Emma flüchtet aus der beklemmenden Enge des Hauses an den herrlich weiten Strand, wo sie ein Mädchen kennen lernt. Gemeinsam bauen sie über Tage ein Dorf am Meer aus Steinen, Muscheln, Zweigen und anderem angespülten Strandgut. Voller Stolz erzählt sie ihrem Onkel und ihrer Tante beim Abendessen davon. Bea reagiert seltsam. Nachts hört Emma sie über die Treppe schlurfen. Als sie am nächsten Morgen ihr Werk bewundern will, findet sie es zerstört vor.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2009
Ganz und gar beeindruckt zeigt sich die Rezensentin Maria Frise von der gleichbleibend hohen Qualität des Werks der nunmehr 85-jährigen Paula Fox. Nach dem mit dem deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichneten Vorgänger "Ein Bild von Ivan" sei auch dieser jüngste Jugendroman wieder höchst lesenswert. Fox erzählt darin von der zehnjährigen Emma, die zwei Wochen lang bei ihrem sanften Onkel und ihrer alles andere als sanften Tante zubringen muss. Rückzugsort vor den Launen der Tante wird dabei ein selbst geschaffenes Dorf en miniature - bis es dann von der wütenden Tante zerstört wird. Wie hier die Erfahrungswelt des Kindes geschildert wird, das findet Frise, die im Roman durchaus auch autobiografische Spuren entdecken kann, höchst eindrucksvoll.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.12.2008
Begeistert ist Rezensent Thomas Binotto von Paula Foxs Jugendroman "Ein Dorf am Meer", der nichts von seiner Frische und Klarheit verloren habe, obwohl er vor 20 Jahren geschrieben wurde. Es geht um ein zehnjähriges Mädchen, das zwei Wochen bei seiner Tante Bea und ihrem Mann Crispin am Meer verbringen soll. Bald kommt es zu schweren Streits zwischen dem Mädchen und ihrer Tante, in deren Verlauf Emma lernt, mit Konflikten umzugehen. Besonders schätzt der Rezensent an Paula Fox , dass sie sich nicht an Details festhalte und ganz schlicht schreibe, so dass er nie das Gefühl hat, Fox versuche klüger zu sein als ihre Figuren. Abschließend versichert der Rezensent, dass das Buch nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene ein großes Lesevergnügen sei.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2008
Sehr beeindruckt ist die Rezensentin Roswitha Budeus-Budde von diesem Roman der amerikanischen Autorin Paula Fox. Ungewöhnlich findet die Rezensentin dabei, dass die Autorin nicht nur ein Kind in den Mittelpunkt stellt, sondern auch eine zu Gemeinheiten neigende ältere Frau. Die 10-jährige Emma soll zwei Wochen bei ihren Verwandten am Meer verbringen, bei Tante Bea und Onkel Crispin. Nach den Informationen der Rezensentin entwickelt sich die Spannung des Buchs weniger aus der Handlung als vielmehr aus den verschiedenen Stimmungen und Gefühlen heraus. Denn im Konflikt mit der boshaften Tante entwickelt die kleine Emma ihr eigenes Selbstbewusstsein und schließlich gelingt es ihr sogar, Mitgefühl zu empfinden. Abschließend staunt die Rezensentin, wie raffiniert es Fox mit ihrer "intensiven, ungewöhnlich bildhaften und klaren Sprache" schafft, den jungen Lesern zu zeigen, dass die Schwierigkeiten und Probleme, die im Leben auftauchen, schwer zu bekämpfen, aber auf keinen Fall unlösbar sind.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2008
Als "eindringliche und wunderbar poetische Novelle" preist Rezensentin Hilde Elisabeth Menzel diesen Jugendroman, der ihrer Ansicht nach Kinder bestärkt, auch in schwierigsten Verhältnissen an ihre eigene Kraft zu glauben. Im Zentrum steht für sie die zehnjährige Emma, die für die Zeit der Krankheit ihres Vaters zu einer alten Tante nach Long Island ziehen muss. In der Auseinandersetzung mit der schwierigen alten Tante, ihrer Einsamkeit und der Freundschaft zu einem gleichaltrigen Mädchen lasse Paula Fox ihre Heldin wachsen, und es gelinge ihr am Ende sogar, so etwas wie Mitgefühl für die grimmige Tante zu entwickeln, weshalb Menzel diesem Buch viele Leser wünscht.
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