Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Paul Theroux

Mein anderes Leben

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2000
ISBN-10 3455077196
ISBN-13 9783455077193
Gebunden, 560 Seiten, 25,51 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren. Paul Theroux schlüpft in diesem autobiografischen Roman in die Rolle des Ich-Erzählers und treibt ein Vexierspiel: Wo endet das Biografische? Wo beginnt die Fiktion? Die Erzählung umfasst Theroux` Leben von den sechziger bis in die neunziger Jahre - seine Reisen und Auslandsaufenthalte, seine Begegnungen und Abenteuer. Er hebt in allen Episoden den Vorhang zu seiner schriftstellerischen Arbeit, mit all der Einsamkeit, dem Glück, den Schreibhemmungen und den kostbaren Augenblicken des Gelingens. Der Gang durch sein bewegtes Leben und die Erinnerung an sein Schreiben und den intimen Umgang mit Literatur sind mit Schalk und Selbstironie erzählt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2000

Nach Georg Sütterlin betreibt Paul Theroux hier ein faszinierendes Maskenspiel mit seiner eigenen Identität. So trägt der Protagonist des Romans zwar den gleichen Namen wie der Autor, und auch etliche der Lebensstationen sind auf den ersten Blick die gleichen. In Wirklichkeit nutzt der Autor dies jedoch - wie dem Rezensenten scheint - um "Spuren" zu verwischen. `Der Mann ist erfunden, doch die Maske ist echt`, so lautet denn auch der Kommentar des Autors, was nicht unbedingt zu mehr Klarheit beiträgt. Nach Sütterlin ist das letztlich jedoch unerheblich. Denn der Faszination dieser Geschichten könne man sich als Leser kaum entziehen, nicht zuletzt aufgrund der Sprache. "Man stößt dauernd auf Sätze, die man zitieren möchte", schwärmt der Rezensent. Besonders beeindruckt hat ihn u. a. die vom Autor eingefangene Atmosphäre in Singapur, die psychologische Zeichnung der Figuren oder auch die Darstellung der verlogenen Welt des Londoner Literaturbetriebs.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.07.2000

Rezensent Jörg Magenau erinnert sich zunächst an das Erscheinen von Theroux? Buch "My secret history" im Jahr 1989, das viele als "verschleierte" Autobiographie gelesen hätten. Doch die Geschichten darin kämen lediglich in der Literatur, aber niemals im Leben vor. Nun gebe es ein neues Buch, das wieder mit der Frage: Fakt oder Fiktion? Biographie oder Erfindung? spiele. Hauptfigur: ein gewisser Paul Theroux. Und obwohl Magenau erst mal versucht, sich auf die Diskussion: was stimmt, was nicht? gar nicht einzulassen, kommt er nicht darum herum, mitunter sein Votum "wirklich passiert oder: bloß erfunden" abzugeben. Ansonsten beschreibt er ausführlich und anregend den Roman und seinen Autor, dem es immer wieder um den Unterschied zwischen Kunst und Leben gehe. Als Reiseschriftsteller habe Theroux es mit Fakten zu tun, die er in Fiktion verwandele. Und: wer nach der Wahrheit der Fakten suche, der sei für die Literatur verloren.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.05.2000

Wie schon in seinem vorherigen Buch "Mein geheimes Leben" spielt der amerikanische Erfolgsautor Paul Theroux in seinem neuesten Roman "Mein anderes Leben" recht erfolgreich, aber zumindest ebenso eitel mit dem eigenen Bekanntheitsgrad, meint Gustav Mechlenburg in seiner Besprechung dieses jüngsten Theroux-Werkes. Solange der Ich-Erzähler von seinen literarischen Anfängen berichte, habe der Roman die für den Autor typische Leichtigkeit und Ironie, doch je bekannter er wird, "desto unerträglicher sein Auftreten". Theouroux selbst hat gesagt, zitiert Mechlenburg den Autor, es käme nicht darauf an, ob die Geschichte wirklich passiert sei, sondern ob sie gefalle - Gustav Mechlenburg hat die Pseudobiografie nur teilweise angesprochen.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren