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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Paul Theroux
Mein anderes Leben
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren. Paul Theroux schlüpft in diesem autobiografischen Roman in die Rolle des Ich-Erzählers und treibt ein Vexierspiel: Wo endet das Biografische? Wo beginnt die Fiktion? Die Erzählung umfasst Theroux` Leben von den sechziger bis in die neunziger Jahre - seine Reisen und Auslandsaufenthalte, seine Begegnungen und Abenteuer. Er hebt in allen Episoden den Vorhang zu seiner schriftstellerischen Arbeit, mit all der Einsamkeit, dem Glück, den Schreibhemmungen und den kostbaren Augenblicken des Gelingens. Der Gang durch sein bewegtes Leben und die Erinnerung an sein Schreiben und den intimen Umgang mit Literatur sind mit Schalk und Selbstironie erzählt.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2000
Nach Georg Sütterlin betreibt Paul Theroux hier ein faszinierendes Maskenspiel mit seiner eigenen Identität. So trägt der Protagonist des Romans zwar den gleichen Namen wie der Autor, und auch etliche der Lebensstationen sind auf den ersten Blick die gleichen. In Wirklichkeit nutzt der Autor dies jedoch - wie dem Rezensenten scheint - um "Spuren" zu verwischen. `Der Mann ist erfunden, doch die Maske ist echt`, so lautet denn auch der Kommentar des Autors, was nicht unbedingt zu mehr Klarheit beiträgt. Nach Sütterlin ist das letztlich jedoch unerheblich. Denn der Faszination dieser Geschichten könne man sich als Leser kaum entziehen, nicht zuletzt aufgrund der Sprache. "Man stößt dauernd auf Sätze, die man zitieren möchte", schwärmt der Rezensent. Besonders beeindruckt hat ihn u. a. die vom Autor eingefangene Atmosphäre in Singapur, die psychologische Zeichnung der Figuren oder auch die Darstellung der verlogenen Welt des Londoner Literaturbetriebs.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.07.2000
Rezensent Jörg Magenau erinnert sich zunächst an das Erscheinen von Theroux? Buch "My secret history" im Jahr 1989, das viele als "verschleierte" Autobiographie gelesen hätten. Doch die Geschichten darin kämen lediglich in der Literatur, aber niemals im Leben vor. Nun gebe es ein neues Buch, das wieder mit der Frage: Fakt oder Fiktion? Biographie oder Erfindung? spiele. Hauptfigur: ein gewisser Paul Theroux. Und obwohl Magenau erst mal versucht, sich auf die Diskussion: was stimmt, was nicht? gar nicht einzulassen, kommt er nicht darum herum, mitunter sein Votum "wirklich passiert oder: bloß erfunden" abzugeben. Ansonsten beschreibt er ausführlich und anregend den Roman und seinen Autor, dem es immer wieder um den Unterschied zwischen Kunst und Leben gehe. Als Reiseschriftsteller habe Theroux es mit Fakten zu tun, die er in Fiktion verwandele. Und: wer nach der Wahrheit der Fakten suche, der sei für die Literatur verloren.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.05.2000
Wie schon in seinem vorherigen Buch "Mein geheimes Leben" spielt der amerikanische Erfolgsautor Paul Theroux in seinem neuesten Roman "Mein anderes Leben" recht erfolgreich, aber zumindest ebenso eitel mit dem eigenen Bekanntheitsgrad, meint Gustav Mechlenburg in seiner Besprechung dieses jüngsten Theroux-Werkes. Solange der Ich-Erzähler von seinen literarischen Anfängen berichte, habe der Roman die für den Autor typische Leichtigkeit und Ironie, doch je bekannter er wird, "desto unerträglicher sein Auftreten". Theouroux selbst hat gesagt, zitiert Mechlenburg den Autor, es käme nicht darauf an, ob die Geschichte wirklich passiert sei, sondern ob sie gefalle - Gustav Mechlenburg hat die Pseudobiografie nur teilweise angesprochen.
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