Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Paul Morand

Die Besessene

Roman

Cover: Die Besessene

Manholt Verlag, Bremen 2002
ISBN-10 3924903093
ISBN-13 9783924903091
Gebunden, 104 Seiten, 16,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Französisschen von Dirk Hemjeoltmanns. Eine Zwischenlandung an der nordafrikanischen Küste. Dreißig Jahre zuvor - kurz nach dem 1. Weltkrieg - hatte sich der Ich-Erzähler geschworen, nie wieder an diesen Ort zurückzukehren, wo er seine Jugend gelassen, die schlimmsten Jahre seines Lebens erlitten hatte. In einer rasanten Rückblende wird der Leser immer tiefer in einen atemraubenden Strudel exzessiver Gefühle, vielleicht des Wahnsinns hinabgerissen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.04.2003

Paul Morand schrieb diesen "kleinen Roman über eine erotische Besessenheit" im Jahr 1953, zu einem Zeitpunkt also, als seine größeren literarische Erfolge und seine Karriere im diplomatischen Dienst der Vichy-Regierung einige Zeit hinter ihm lagen, erfahren wir von Rolf Vollmann. Vor allem zwei Dinge scheinen dem Rezensenten an diesem, passagenweise "außerordentlich brillanten" Buch bemerkenswert: Erstens das große Vergnügen des Autors an weltmännischen Sentenzen, zweitens aber, dass seinem Helden der Hauch des großen Lebens nicht viel nützt in seinem kleinen Dasein, wenn ihn denn die Leidenschaft aus der Bahn wirft.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.09.2002

Als "Prosajuwel" würdigt der mit "tlx" zeichnende Rezensent Paul Morands Roman "Die Besessene" von 1954, der jetzt in deutscher Übersetzung vorliegt. Morand schildert darin eine orgiastische amour fou zwischen dem Ich-Erzähler Jean-Jacques Spitzgartner und seiner Gespielin Clotilde, die hemmungslos ihre sexuellen Phantasien ausleben, berichtet der Rezensent. Zunächst scheint alles bestens, doch bald laufen sich ihre nicht mehr steigerungsfähigen Exzesse leer, die Liebe erhebt ihr hässliches Gesicht: haltlos driftet das Paar schließlich auseinander. Morand schildere den destruktiven Ablauf stilsicher in wunderschönen Sätzen, lobt der Rezensent. Die wahren Abgründe dagegen, findet er, belasse Morand hingegen in einem Schwebezustand des Unausgesprochenen und nur Angedeuteten.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren