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Paul Hoffman
Der Mann, der die Zahlen liebte
Die erstaunliche Geschichte des Paul Erdös und die Suche nach der Schönheit in der Mathematik
Klappentext
Paul Erdös, das größte mathematische Genie dieses Jahrhunderts, war fasziniert von der Schönheit der Zahlen. Er beschäftigte sich 19 Stunden pro Tag mit Mathematik, lebte aus zwei schäbigen Koffern und hatte kein Interesse am Essen, an der Liebe oder an der Kunst. Er war verliebt in die einfachen Zahlen, zerbrach sich den Kopf darüber, ob es unendlich viele Primzahlen gab oder nicht. Er grübelte über sogenannte Vollkommene Zahlen, die sich dadurch auszeichnen, daß die Summe ihrer Divisoren wieder die Ausgangszahl ergibt. Paul Hoffman hat Erdös mehrmals getroffen. In seiner Biografie zeichnet er ein Bild von der Person des Mathematikers. Zugleich zieht er den Leser in den Bann der Mathematik von Archimedes bis Fermat.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.03.2000
Zwei neue Biographien über den ungarischen Mathematiker Paul Erdös nutzt der Rezensent mit dem Kürzel "hc", um erst Mal einige amüsante Anekdoten über Erdös zu erzählen. Offenbar war der Mathematiker einerseits ein Wissenschaftler gewesen wie er im Buche steht, ein Muttersöhnchen und in Alltagsdingen völlig unbedarft, andererseits aber ein faszinierender und überaus kommunikativer Mensch, der immer wieder Kollegen an seinen Lösungsversuchen beteiligte. Beide Autoren, so "hc", vermitteln neben biographischen Details auch Erdös` mathematische Überlegungen - mit unterschiedlichem Erfolg.
1) Paul Hoffman: "Der Mann, der die Zahlen liebte" (Ullstein-Bucherverlage)
Der Autor ist Herausgeber der "Encyclopaedia Britannica" und erhielt 1986 den Auftrag, Erdös zu porträtieren. Er begleitete den Mathematiker, der sich vor allem für Primzahlen begeisterte, auf verschiedenen Reisen und befragte engste Mitarbeiter. So liefere seine Biographie viele Anekdoten und schildere die liebenswerte Verschrobenheit des Wissenschaftlers, lobt "hc". Und schiebt gleich eine Kritik hinterher: Bei der Darstellung der mathematischen Probleme, an denen Erdös arbeitete, verwickele sich der Autor an einigen Punkten in Widersprüche.
2) Bruce Schechter: "Mein Geist ist offen". Die mathematischen Reisen Paul Erdös (Birkhäuser-Verlag)
Schechters Biographie kommt beim Rezensenten besser an: Hier gebe es fast wortwörtlich die gleichen Anekdoten, obwohl Schechter den Mathematiker nicht persönlich kannte. Gleichzeitig verstehe es der Autor besser, die mathematischen Probleme und Lösungsmodelle Erdös` so zu präsentieren, daß "auch der Laie seinen mathematischen Spaß" daran habe.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.10.1999
Gero von Randow hat in einer großen Sammelbesprechung acht neue Bücher zum Thema Mathematik vorgestellt. Wichtige Kriterien für seine Bewertung sind dabei einmal die Nachvollziehbarkeit für mathematisch wenig vorgebildete Leser und zum anderen die Berücksichtigung von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die direkt oder indirekt Einfluss nehmen auf mathematische Theorien.
1) K. C. Cole: "Das Universum in der Teetasse" (Aufbau)
An diesem Buch lässt von Randow kein gutes Haar. Es erscheint ihm zu eklektisch, bietet wenig Neues, und er hat den Eindruck, dass die Autorin wie auch die Übersetzerin in der Thematik selbst nicht sattelfest sind. Auch der Plauderstil missfällt ihm. Kurzes Fazit des Rezensenten: "Eine triste Veranstaltung".
2) Clifford A. Pickover: "Die Mathematik und das Göttliche" (Spektrum Akademischer Verlag)
Pickovers Idee, mathematische Fragen innerhalb einer erzählenden Rahmenhandlung zu erläutern, gefällt von Randow. Allerdings ist er der Ansicht, dass Pickover das nötige Talent zur Prosa fehlt. Darüber hinaus bemühe sich der Autor zu wenig, mathematische Erörterungen auch für Laien verständlich darzustellen. In anderen Bereichen wiederum führe das Buch "nicht über die Grenze des Small Talks hinaus."
3) Albrecht Beutelspacher: "Pasta all`Infinito" (C. H. Beck)
Dies sei das "Mathebuch der Saison", meint von Randow. Er lobt Beutelspachers Fähigkeit, dem Laien Mathematik mittels einer erzählten Geschichte nahe zu bringen. Damit die Motivation beim Lesen nicht nachlässt, achte der Autor auch auf kleine Erfolgserlebnisse, die er dem Leser vermittle. Allerdings ist auch in diesem Buch nicht immer jede mathematische Erläuterung für Laien nachvollziehbar. Als Ergänzung empfiehlt von Randow daher das folgende Buch:
4) Wolfgang Blum: "Die Grammatik der Logik" (dtv)
Für Nicht-Mathematiker sei "Die Grammatik der Logik" ein sehr nützliches Buch, das den Leser mit den wichtigsten Problemen der Mathematik bekannt mache.
Die anderen vier besprochenen Bücher sind Biografien berühmter Mathematiker. Die ersten beiden handeln von Leben und Werk des Mathematikers Paul Erdös.
5) Paul Hoffmann: "Der Mann, der die Zahlen liebte" (Ullstein) und
6) Bruce Schlechter: "Mein Geist ist offen" (Birkhäuser)
An der Erdös-Biografie von Paul Hoffmann lobt von Randow die Lebensnähe, die in der Biografie von Schlechter ein wenig fehle. Dafür jedoch findet er, dass Schlechter die mathematischen Gedankengänge nachvollziehbarer und besser erläutert. Allerdings hat der Rezensent den Eindruck, dass Schlechter im Verlauf des Buches ungeduldiger werde, so dass manche Stellen dann doch nur für mathematisch Versierte verständlich seien. Beide Biografien vermittelten eine gute Vorstellung davon, wie Mathematiker arbeiten. Bedauerlich findet von Randow allerdings, dass in beiden Büchern - wie in vielen anderen Mathematikbüchern - nicht darauf eingegangen wird, inwiefern sich gesellschaftliche Umstände und Inhalte mathematischer Theorien gegenseitig bedingen.
7) John W. Dawson jr.: "Das logische Dilemma". Leben und Werk von Kurt Gödel (Springer)
"Dröge" lese sich die Gödel-Biografie John W. Dawson, murrt von Randow. Darüber hinaus hält der Rezensent die mathematischen Erörterungen für unverständlich, es sei denn, der Leser ist selbst Mathematiker. Lobend hebt er jedoch hervor, dass Dawson Überlegungen darüber anstellt, inwieweit mathematische Inhalte wie Gödels "Unmöglichkeitstheoreme" durch soziale, gesellschaftliche und psychologische Umstände beeinflußt sind.
8) Sylvia Nasar: "Auf den fremden Meeren des Denkens" (Piper)
Über John Nashs mathematische Leistungen erfährt man in dieser Biografie fast nichts, meint von Randow. Dafür sei das Buch sehr professionell und packend geschrieben. Küchenpsychologische Interpretationen (z. B. in bezug auf Nashs jahrelange Geisteskrankheit) würden vermieden. Darüber hinaus könne man sich einen guten Eindruck davon verschaffen, inwiefern äußere Umstände (Zweiter Weltkrieg, Kalter Krieg, aber auch die Wiener Kaffeehauskultur) die Entwicklung von mathematischen Inhalten und Theorien beeinflußt habe.
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