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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Maria Wolf. Neu durchgesehen von Pociao. Dieser erste Band mit Erzählungen von Paul Bowles enthält Werke aus den Jahren 1939 bis 1976. Seine Schauplätze sind ferne exotische Länder mit Namen, die nach Verheißung klingen: Marokko, Corazon, Paso Rojo oder Cold Point. Seine Helden sind rastlose Aussteiger, Vertreter der "lost generation", die der Enge und Konvention des zivilisierten Alltagslebens entfliehen. Aber über den fremden Orten, von denen Bowles` Figuren magisch angezogen werden, liegt in Wahrheit eine Atmosphäre unfassbarer Bedrohung. Fernab der Schranken des zivilisierten Alltagslebens brechen lange verdeckte Abgründe der menschlichen Existenz auf, in denen Bowles` Gestalten mit der oft erschreckenden Wahrheit über sich selbst konfrontiert werden.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.02.2003
Eine dringend nötige Sache wäre eine umfassende Bowles-Ausgabe in deutscher Sprache allemal, stellt der Rezensent Florian Vetsch zunächst fest. Mit den hochtrabend "Gesammelte Werke" getauften sechs Bänden allerdings liege sie keineswegs vor. Zuviel fehlt: wichtige Teile der Übersetzungen ebenso wie "zentrale autobiografische Werke", dazu Gedichte und Briefe. Immerhin werden hiermit die erzählerischen Hauptwerke, großen Teils bisher vergriffen, im deutschen Sprachraum nun wieder zugänglich, von "Himmel über der Wüste" bis zu Bowles' liebstem Roman "Gesang der Insekten". Schon die Anordnung der Erzählungen aber findet Vetsch wieder mangelhaft. Er vermisst zudem alle biografischen oder auch werkchronologischen Angaben, darüber hinaus ein dringend notwendiges Glossar der verwendeten arabischen Ausdrücke. Besser als nichts ist diese Ausgabe, lässt sich die Ansicht des Rezensenten resümieren, aber leider auch weit weniger als das Wünschenswerte.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.12.2001
Der amerikanische Schriftsteller und Komponist Paul Bowles hat mehr als ein halbes Jahrhundert in Marokko verbracht, berichtet der Rezensent Florian Vetsch. Er ist hell erfreut über das Anliegen des Goldmann-Verlages, viele der lange vergriffenen Werke Bowles, der 1949 mit seinem Erstlingsroman "Der Himmel über der Wüste" einen Welterfolg landete, nun wieder herauszubringen. Zwei Bände sind dem Rezensenten eine ausführlichere Beschreibung wert. Sowohl der Roman "So mag er fallen" als auch der erste Band mit gesammelten Erzählungen haben das Herz von Vetsch höher schlagen lassen. In den zwei Einzelbänden, die der Goldmann-Verlag mit den Erzählungen Bowles präsentieren wird, sind Geschichten enthalten , die Gore Vidal zu den besten rechnet, die von Nordamerikanern je geschrieben wurden, zitiert der Rezensent den berühmten Autor. Der erste Band ist nun erschienen. Vetsch kann dem Urteil Vidals nur zustimmen, erkennt aber auch eine literarische Nähe zu Albert Camus. Ähnlich wie Camus habe auch Bowles Bilder entworfen, die die Einsamkeit des Menschen im 20. Jahrhunderts zeigten. Die 49 Erzählungen aus den Jahren 1939 bis 1976 jedenfalls findet er voll dichter Intensität - seien es glücklose Liebesgeschichten, interkulturelle Begegnungen oder metaphorische Beschreibungen. Allen gemein ist, so Vetsch, die Sehnsucht nach Harmonie, die aber allen seinen Figuren letztlich nicht gewährt werde.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2000
Über einen großen Zeitraum, von 1939 bis 1976, erstrecken sich die "Gesammelten Erzählungen" Paul Bowles`, die David Wagner auf ein Erzählmuster reduzieren kann: ein westlich geprägter Mensch kommt in ein fremdes Land, dort sieht er seltsame Dinge, die er nicht einordnen kann, dort passieren ihm seltsame Dinge, die ihn unweigerlich verändern. Bowles Figuren sind keine verwegenen Abenteuergestalten wie bei Conrad, sagt Wagner, sondern der Apathie ergebene Menschen: Opfer, ihr eigenes Opfer. Bis auf eine Erzählung, die in New York spielt, sind alle Geschichten in der Provinz, abseits der großen Städte angesiedelt, wo die fremden Regionen keine konkrete Rolle spielen, sondern phantastische, symbolisch überhöhte Landschaften darstellen. Die Landschaft liefert oft genug auch einen "sexuellen Subtext", der Wagner gelegentlich in seiner "Penetranz" auf die Nerven geht. Wo Bowles über die Wüsten und Oasen berichtet, schleicht sich für Wagner ein onkelhafter Märchenton ein: die Fremde bleibt eine in sich geschlossene, archaisch-rohe und aber letztlich idyllische Welt.
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