Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Patricia Highsmith

Das Zittern des Fälschers

Roman

Diogenes Verlag, Zürich 2001
ISBN-10 3257064136
ISBN-13 9783257064131
Gebunden, 384 Seiten, 21,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Dirk van Gusteren. Mit einem Nachwort von Paul Ingendaay. Ein kleiner Ort an der tunesischen Küste. Ein amerikanischer Schriftsteller, der an einem Buch mit dem Titel Das Zittern des Fälschers arbeitet und ungeduldig auf Nachrichten von seiner Geliebten wartet. Ein schemenhafter Besucher im Dunkeln, dem der panische Schriftsteller seine Schreibmaschine entgegenschleudert. In gleißender Hitze, in einer fremden Welt, wo Leichen so schnell verschwinden wie tote Katzen, treffen die amerikanische und die arabische Seele aufeinander.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.05.2002

"Passend in blutrotes Leinen gebunden" ist nach Ansicht Rezensent Heinrich Detering die von ihm hymnisch gepriesene Patricia-Highsmith-Werkausgabe. Dieser 1969 zuerst erschienene Roman sei der dritte von insgesamt vier jetzt vorliegenden Bänden der (auf insgesamt 32 Bände angelegten) Edition. Zum ersten Mal würden "vermeintlich vertrauten Romane", wie der vorliegende, ungekürzt erscheinen. Die hochgelobte Neuübersetzung von Dirk van Gunsteren mache erst jetzt begreifbar, wie dicht der Roman gewoben sei. Einleuchtenderweise habe Patricia Highsmith Soziologie und Zoologie studiert. Es entgehe der Autorin "kein kulturelles Accessoire" ihrer Helden. Deshalb würden auch Körperzustände wie "das Zittern des Fälschers" minuziös registriert. In Patricia Highsmiths Kriminalromanen sieht Detering die "Vollendung und Überbietung" des Genres, dessen Regeln sie gegen sich selber ausspiele, in dem sie die Regeln offenlege. Virtuos sieht er die Spannungsregie mit der Verwandtschaft von Verbrechensplanung und Romanerfindung, mit "Plot und Komplott" spielen. Ausdauernd werde der Leser durch immer neue Deutungsmöglichkeiten geführt: im Fall des besprochenen Romans scheine "alles möglich und nichts mehr gewiss".

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.03.2002

In der Reihe der Neuübersetzungen für die neue Highsmith- Werkausgabe ist als einer der ersten nun jener Roman erschienen, den die Autorin selbst für ihren besten hielt. Im Zentrum steht der Schriftsteller Howard Ingham, der in Tunesien sitzt und auf einen Freund wartet. Als er erfährt, dass dieser gestorben ist, kehrt er jedoch nicht nach New York zurück, sondern bleibt, unerklärlicherweise, in Tunesien. Dies ist, meint der Rezensent Alex Rühle, das Bezeichnende bei Highsmith: die Beschreibungen von "Tagesabläufen, Gesprächen, Überlegungen" sind überaus genau, und doch bleibt eine nicht aufzuklärende "wolkige Stelle" im Text und im Verhalten der Figur, von der aus die vertrauten "moralischen Kategorien" ins Schwanken geraten. Zur Neuübersetzung verliert unser Rezensent leider kein Wort.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren