Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Paolo Maurensig

Sommerspiel

Roman

Cover: Sommerspiel

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2000
ISBN-10 3455047807
ISBN-13 9783455047806
Broschiert, 208 Seiten, 16,36 EUR

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Klappentext

Aus dem Italienischen von Irmela Arnsperger. Der Ich-Erzähler, ein alternder Mann, steht vor einer ehemals herrschaftlichen, inzwischen verfallenen Villa und lässt sich von seiner Erinnerung in den Sommer zurücktragen, den er in diesem Haus verbrachte, nachdem seine Frau ihn verlassen hatte. Die Villa gehörte seinem Freund Giulio, einem empfindsamen, von den Frauen geliebten Schöngeist. Seine Verlobte Flora, bezaubernd schön, sprunghaft und irisierend, verbrachte den Sommer ebenso in diesem Haus wie ein weiteres Paar: der ernsthafte Professor Ermes Delavines und dessen sehr viel jüngere Frau Angèle. Zwischen diesen fünf Personen entspannen sich im Lauf der Sommermonate wechselnde Liebesverhältnisse und Zuneigungen, bis im Herbst Giulio und Flora doch heirateten und die Freunde auseinander gehen, ohne sich noch einmal zu begegnen. Die Erinnerung setzt mit einem Tennisspiel im Park ein. So wie jeder im Spiel abwechselnd eine Partie bestreitet, wird jede der fünf Personen einmal in den Mittelpunkt gerückt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2000

Etwas lustlos bespricht Maria Frisé dieses Buch: "Sind wir denn im neunzehnten Jahrhundert gelandet?" fragt sie erstaunt, nachdem sie kurz durch eine Jugendstilvilla in einer italienischen Stadt gestreift ist, und die "fünf unglücklichen Menschen" vorgestellt hat, die dort leben. Sie wundert sich über diesen Rückfall in ein altes Jahrhundert, weil der Autor erst 1943 geboren ist. Aber auch, weil er sich allzu durchsichtig bei literarischen Vorbildern bedient, denen er wohl außer "ein paar italienischen Onkels" nichts Wesentliches hinzuzufügen hat. Ein bisschen erzählt sie noch von den Liebes- und Glücksversuchen der Fünf, bemängelt aber schnell, dass diese Figuren "kraftlos und seltsam distanziert, ja manchmal schemenhaft" bleiben. Dem "Sprachkünstler" Maurensig allerdings erweist die Kritikerin doch ihre Referenz, wenn auch die Geschichte insgesamt sie eher ermüdet hat. Höhepunkte scheinen ein paar unfreiwillig komische Übersetzungsfehler gewesen zu sein. Aber als ordentliche Kritikerin muss Maria Frisé natürlich schreiben: "ein sorgfältiger Lektor" hätte das verhindern können.

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