Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Französischen von Brigitte Große. Ende der achtziger Jahre in einem palästinensischen Flüchtlingslager im Gaza-Streifen: Youval, ein zwanzig Jahre junger israelischer Soldat, wird zur Bewachung einer verlassenen Schule mitten im Lager Jabalya versetzt. Er lernt viele Lagerbewohner kennen und stellt fest, unter welch schwierigen Lebensbedingungen sie dort überleben müssen. Aber er stellt auch fest, dass es in diesem Konflikt keine einfachen Lösungen gibt. Im Anhang informiert ein Sachteil über die Geschichte Palästinas, die Gründung des Staates Israel und die israelisch-arabischen Kriege, die besetzten und die autonomen palästinensischen Gebiete, den Status und die Lebensbedingungen der palästinensischen Flüchtlinge, die Intifada und den Friedensprozess.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2002
Das Buch besteht, schreibt Rezensent Jakob Hessing, aus zwei Teilen. Teil eins sei eine "persönliche, tief empfundenen Geschichte von Menschen in einem palästinensischen Flüchtlingslager, "die um ihre verlorene Freiheit kämpfen". Erzählt habe sie der heute in Paris lebende israelische Journalist Ouzi Dekel, dem die volle Sympathie des Rezensenten gehört, und sie basiere auf Erlebnissen, die Dekel als israelischer Soldat in einem Flüchtlingslager im Gazastreifen machte. Dekel, lesen wir, habe wegen seiner Weigerung, Militärdienst in den besetzten Gebieten zu leisten, im Gefängnis gesessen. Im zweiten Teil habe der Verlag, der vom Rezensenten deshalb scharf kritisiert wird, sehr einseitige Materialien zum israelisch-palästinensischen Konflikt aneinandergereiht, in dessen Folge man nur zu dem Schluss kommen könne, dass der Staat Israel keine Existenzberechtigung hat. Fragen - etwa warum palästinensische Schüler mit Landkarten unterrichtet würden, in denen der Staat Israel gar nicht eingezeichnet sei und was es mit einer Doktrin auf sich habe, die jugendlichen Selbstmordattentätern das Himmelreich verspreche, würden nicht gestellt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.05.2002
Die Erzählung Ouzi Dekels um israelische Soldaten im palästinensischen Flüchtlingslager Jabalya hat einen autobiografischen Hintergrund. Dekel war selbst Soldat, hat jedoch nach kurzem Einsatz im Gaza-Streifen den weiteren Aufenthalt in den besetzten Gebieten verweigert. Er kam ins Gefängnis, gründete danach eine Gruppe für Gleichgesinnte und lebt inzwischen als Journalist in Paris. Seine Geschichte, die für Aufklärung sorgen will, ist ihm, wie die Rezensentin Ulrike Heidenreich bedauert, jedoch nicht so recht gelungen. Zu "holprig" die Sprache, man kommt dem Erzähler nie wirklich nahe. Nützlich dagegen der "informative Sachteil" zum israelisch-palästinensischen Konflikt.
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