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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Otto Weiss

Und Gott sah, dass es schlecht war

Erzählung aus Theresienstadt

Cover: Und Gott sah, dass es schlecht war

Wallstein Verlag, Göttingen 2003
ISBN-10 3892445141
ISBN-13 9783892445142
Gebunden, 61 Seiten, 18,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Tschechischen von Jiri Burgerstein. Mit Illustrationen von Helga Weissova. Die Prager Familie Weiss wurde 1941 nach Theresienstadt und 1944 nach Auschwitz deportiert. Während Mutter und Tochter überlebten, wurde der Vater, Otto Weiss, in Auschwitz ermordet. In Theresienstadt hatte er einen Text verfasst, den er von seiner zwölfjährigen Tochter illustrieren ließ und seiner Frau 1943 zum Geburtstag schenkte. Otto Weiss beschreibt mit bitterer Ironie die Vorgänge in Theresienstadt aus der Perspektive Gottes. Er stellt fest, dass einer seiner treuesten Diener nur noch mit schwacher und brüchiger Stimme betet. Als Aaron Gottesmann geht er nach Theresienstadt. Dort erfährt er, unter welchen Bedingungen sein auserwähltes Volk sein Dasein fristet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2003

Als "Amateurvoltaire" bezeichnet mit liebevollem Respekt Rezensent Peter Demetz den Prager Bankbeamten Otto Weiss, der diese Geschichte im KZ Theresienstadt für seine dreizehnjährigen Tochter schrieb, die sie dann, wie wir lesen, selbst illustrierte: die erste Arbeit der Prager Grafikerin Helga Hoskova-Weissowa. Die Geschichte handelt von Gott, der "als irdischer Zivilist namens Aaron Gottesmann" nach Teresienstadt kommt, wo er samt "Pappkoffer" in die Massenquartiere eingeschleust wird, wie Demetz uns wissen lässt. Der Koffer wird, wie wir weiter lesen, bald gestohlen und mit ihm Kekse und Seife, die Gottesmann einem besonders Frommen mitbringen wollte. Auch sonst wird Gott, dem Rezensenten zufolge nichts erspart: er wird entlaust, angeschnauzt und sieht schauernd die Leichenwagen. Schließlich simuliere er eine Lungenentzündung, um sich himmelwärts aus dem Staub zu machen. In ihrem "bedenkenswerten Nachwort" hat Stefana Sabin für den Geschmack des Rezensenten gelegentlich auch etwas zu schweres theologisches Geschütz aufgefahren. Ohne Theologie findet Demetz diese "grimmig irdische" Geschichte sichtlich überzeugender, deren Nachklang ihm Übersetzer Jiri Burstein recht genau nah bringen konnte.

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