Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem indischen Englisch von Ursula Gräfe. "Die Wahrheit ist wie das Licht, durch ein Prisma gebrochen." Zum Prisma der Wahrheit wird für Ravi, der sein Studium der Astrophysik abgebrochen hat, das entlegene südindische Dorf Khasak, in das es ihn als Lehrer verschlägt. Unfreiwillig wird er, als Vertreter der fortschrittlichen Kräfte, in den Streit zwischen den muslimischen und den hinduistischen Lehrern des Dorfes hineingezogen. Aber mehr noch gerät Ravi in den Bann der überall lebendigen Legenden und Mythen; eine magische Reise beginnt. Zu fürchten ist noch immer die Pockengöttin, und verehrt wird noch immer der Schutz- und Ahnherr des Dorfes, der vor Urzeiten mit einer tausendköpfigen Reiterschar hierhergekommen war.
Doch neben den übersinnlichen Bewohnern sind es die Menschen, die zu den "Legenden von Khasak" werden: die schöne Maimu-na, die im verwunschenen Bassin bei den alten Moscheen badet, der Palmweinzapfer, der Brunnentaucher, die verstoßene Witwe. Als Ravi sich völlig in den Mythen und Geschichten des Dorfes und dem märchenhaften Grenzbereich zwischen Diesseits und Jenseits zu verlieren droht, taucht, wie eine Botin aus einer ihm inzwischen fremden Welt, seine frühere Freundin Padma auf, die als Wissenschaftlerin in Princeton lebt. Sie nimmt ihm das Versprechen ab, Khasak zu verlassen und in die Gegenwart zurückzukehren.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.08.2005
Für das Werk O. V. Vijayans hat Claudia Wenner nur Lob übrig und verneigt sich ausgiebig vor dessen historischer Bedeutsamkeit. 1968 erschienen, veränderte das Buch die Malayalam-Literatur von Grund auf, berichtet sie. Die Geschichte eines Studenten der Astrophysik, der in das Dorf Khasak geht, um dort eine Schule aufzubauen und schließlich sein innerstes, ewiges Selbst entdeckt, wurde für die 68er Generation Indiens zum "Kultbuch", erklärt Wenner. Verwirrte Langhaarige sollen damals an den Bahnhofsschaltern sogar Fahrkarten in das fiktive Khasak verlangt haben. Die deutsche Ausgabe allerdings basiert auf der englischen Übertragung und ist also das Resultat einer doppelten Übersetzung. Beide Male habe der Text etwas verloren, beim ersten Mal das "Düstere" und die "existenzielle Angst" des indischen Originals, beim zweiten Mal ein paar "kulturspezifische Nuancen", die in der englischen Übertragung wohl noch mitschwangen. Wenner stört das alles nicht sehr, da sich die Übersetzung von Ursula Gräfe "wunderbarer" als die englische Grundlage lese, und die Rezensentin fühlt sich bei den geglätteten Sätzen und dem "gehobenen" Ton an Novalis und seinen Heinrich von Ofterdingen erinnert.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








