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Olympe de Gouges
Die Rechte der Frau und andere Schriften
Klappentext
Herausgegeben von Gabriela Wachter und übersetzt von Vera Mostowlansky. Illustrationen von Annette Meurer. Der Band enthält sämtliche Schriften von Olympe de Gouges. Die Nachwelt wollte kein gutes Haar an ihr lassen, als sie am 3. November 1793 auf dem Schafott starb. Der "Moniteur" schrieb: "? das Gesetz wird diese Verschwörerin wohl dafür bestraft haben, dass sie vergessen hatte, was sich für ihr Geschlecht geziemt." Und noch 1904 wird sie von Alfred Guillois als Fall für die Psychatrie angesehen (Paranoia reformatoria), er bescheinigt ihr: "Eine Mischung von gesunden und prophetischen Gedanken und Ideen, die schon vom Wahnsinn geprägt sind; ? Ihre Ideen über den Feminismus sind ? Ausdruck einer übersteigerten Phantasie und bilden ein Bindeglied zwischen Vernunft und Tollheit." Was hatte sie gesagt, was getan?
Neben Theaterstücken und zahlreichen Pamphleten, mit denen sie sich aktiv an der Französischen Revolution beteiligt, veröffentlicht sie im September 1791 ihre berühmte "Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin". Die Schrift ist ihre Antwort auf die - allein auf die Männer bezogene - Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte des Jahres 1789.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.06.2007
Rezensent Manfred Schwarz ist vollkommen verliebt in die temperamentvolle Olympe de Gouges (1748-1793). Für ihre neu herausgegebenen politischen Schriften kann er sich nur bedingt begeistern. Die femme des lettres und Frauenrechtlerin stand stark in der Tradition der Frauen des 18. Jahrhunderts, die mit großer Selbstverständlichkeit am politischen, intellektuellen und kulturellen Leben teilnahmen, wie der Referent einführend erklärt. Doch mit der Französischen Revolution wurde den Frauen dieser Platz wieder entzogen: Olympe de Gouges wurde im Zuge der Revolution als Aristokratin diffamiert und 1793 guillotiniert. Für die schillernde Persönlichkeit de Gouges', "diese Undressierte, die für Frauen die gleiche Freiheit wie für Männer fordert, die Marat beschimpft und Robespierre öffentlich geißelt", hat der Rezensent sehr viel übrig. Ihre Texte jedoch leiden an einem "allzu gespreizten" pathetischen Ton, so Schwarz, der jedoch gleich entschuldigend hinterherschiebt, dass man in jenen Revolutionsjahren halt nicht so viel Zeit für Stilfragen aufbringen konnte. Er ist jedenfalls beeindruckt von de Gouges' politischem Engagement und ihrem Mut, der sich exemplarisch in ihrer "Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin" von 1791 zeige. Nur über die "albernen Illustrationen" im Buch ärgert er sich.
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