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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Olivier Todd

Albert Camus

Ein Leben

Cover: Albert Camus

Rowohlt Verlag, Reinbek 1999
ISBN-10 3498065165
ISBN-13 9783498065164
gebunden, 924 Seiten, 39,88 EUR

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Klappentext

Er fasziniert noch immer: Albert Camus, Nobelpreisträger des Jahres 1957, ist eine der großen intellektuellen Figuren unseres Jahrhunderts und der meistgelesene französische Autor. Olivier Todd ist für seine monumentale Biographie in den Archiven Algiers, Washingtons oder der Komintern in Moskau fündig geworden. Er hat mehr als zweihundert Zeitgenossen und Angehörige interviewt, die erst nach dem Tod der Witwe Francine ihre Diskretion aufgaben, und er schöpft aus Camus` unveröffentlichtem Briefwechsel.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.02.2000

Ludger Lütkehaus wertet diese Camus Biografie als "bisher genaueste", die dazu "mit Einfühlung und Respekt" geschrieben sei. Dann zählt er ein paar gute Gründe auf, warum eine Beschäftigung mit Camus immer noch lohnt: Er sei einer der größten Journalisten Frankreichs gewesen, der ein paar immer noch beherzigenswerte Regeln für den Journalismus aufgestellt habe. Ein hervorragender Theaterautor, Schauspieler, Regisseur und Romancier, dessen Nobelpreis "hochverdient" gewesen sei. Vor allem aber habe sich Camus von den Rechtfertigungsideologien verabschiedet, als das noch gefährlich war: Dass er als Resistancekämpfer gegen die Nazis gekämpft hat, war das eine, das andere, der Abschied vom Kommunismus wurde nicht nur in Frankreich hart kritisiert. Trotz aller Sympathie für die politische Haltung Camus? findet Lütkehaus, dass Olivier Todd mit Sartre, einem der größten Kritiker Camus?, etwas einseitig umgegangen ist: "Sartre, der sich jeden Morgen beim Aufwachen fragt, für welchen Verfolgten er sich wohl heute einsetzen soll" - diesen Satz Todds findet Lütkehaus allzu scharf. Immerhin sei Sartre als philosophischer Essayist an Brillanz und genialem Denkvermögen der Überlegenere gewesen.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999

Ein "Meisterwerk der leerlaufenden Recherche", urteilt Ludger Heidbrink. Zwar würdigt er Todds jahrzehntelange Nachforschungen, aber unter dem immensen Informationsberg sei der Mensch Camus kaum mehr zu finden. Heidbrink vermisst in diesem Buch etwas über die Abgründe von Camus` Moral, über die Widersprüchlichkeit seines Charakters und seiner Werke. Zwar räumt Heidbrink ein, dass Camus als Person und Charakter weitaus schwerer zu fassen ist als beispielsweise Sartre. Dennoch hätte er sich vom Autor eine mehr "eigenständige Sichtweise" gewünscht, wie sie etwa Annie Cohen-Solal in ihrer Sartre-Biografie entwickelt habe.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren