Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Er fasziniert noch immer: Albert Camus, Nobelpreisträger des Jahres 1957, ist eine der großen intellektuellen Figuren unseres Jahrhunderts und der meistgelesene französische Autor. Olivier Todd ist für seine monumentale Biographie in den Archiven Algiers, Washingtons oder der Komintern in Moskau fündig geworden. Er hat mehr als zweihundert Zeitgenossen und Angehörige interviewt, die erst nach dem Tod der Witwe Francine ihre Diskretion aufgaben, und er schöpft aus Camus` unveröffentlichtem Briefwechsel.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.02.2000
Ludger Lütkehaus wertet diese Camus Biografie als "bisher genaueste", die dazu "mit Einfühlung und Respekt" geschrieben sei. Dann zählt er ein paar gute Gründe auf, warum eine Beschäftigung mit Camus immer noch lohnt: Er sei einer der größten Journalisten Frankreichs gewesen, der ein paar immer noch beherzigenswerte Regeln für den Journalismus aufgestellt habe. Ein hervorragender Theaterautor, Schauspieler, Regisseur und Romancier, dessen Nobelpreis "hochverdient" gewesen sei. Vor allem aber habe sich Camus von den Rechtfertigungsideologien verabschiedet, als das noch gefährlich war: Dass er als Resistancekämpfer gegen die Nazis gekämpft hat, war das eine, das andere, der Abschied vom Kommunismus wurde nicht nur in Frankreich hart kritisiert. Trotz aller Sympathie für die politische Haltung Camus? findet Lütkehaus, dass Olivier Todd mit Sartre, einem der größten Kritiker Camus?, etwas einseitig umgegangen ist: "Sartre, der sich jeden Morgen beim Aufwachen fragt, für welchen Verfolgten er sich wohl heute einsetzen soll" - diesen Satz Todds findet Lütkehaus allzu scharf. Immerhin sei Sartre als philosophischer Essayist an Brillanz und genialem Denkvermögen der Überlegenere gewesen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999
Ein "Meisterwerk der leerlaufenden Recherche", urteilt Ludger Heidbrink. Zwar würdigt er Todds jahrzehntelange Nachforschungen, aber unter dem immensen Informationsberg sei der Mensch Camus kaum mehr zu finden. Heidbrink vermisst in diesem Buch etwas über die Abgründe von Camus` Moral, über die Widersprüchlichkeit seines Charakters und seiner Werke. Zwar räumt Heidbrink ein, dass Camus als Person und Charakter weitaus schwerer zu fassen ist als beispielsweise Sartre. Dennoch hätte er sich vom Autor eine mehr "eigenständige Sichtweise" gewünscht, wie sie etwa Annie Cohen-Solal in ihrer Sartre-Biografie entwickelt habe.
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