Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Oliver R. Scholz

Verstehen und Rationalität

Untersuchungen zu den Grundlagen von Hermeneutik und Sprachphilosophie

Cover: Verstehen und Rationalität

Vittorio Klostermann Verlag, Frankfurt am Main 1999
ISBN-10 3465029712
ISBN-13 9783465029717
Gebunden, 357 Seiten, 44,99 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Menschen sind Wesen, die etwas verstehen (oder missverstehen) können. Das Buch behandelt die Grundlagen einer allgemeinen Theorie des Verstehens und der Interpretation. Eine Reise durch Formen hermeneutischer Reflexion führt von den Verfahren der Allegorese über die Hermeneutica generalis der Neuzeit bis zur Analytischen Philosophie der Sprache und der Philosophischen Hermeneutik H.-G. Gadamers. Bei allen Diskontinuitäten wird seit dem 17. Jahrhundert ein zusammenhängendes Projekt erkennbar, das die Bezeichnung "allgemeine Hermeneutik" verdient. Im zweiten Teil wird der Status allgemeiner Interpretationsprinzipien geklärt. Im dritten Teil wird am Beispiel des Sprachverstehens vorgeführt, wie die Untersuchung zentraler Verstehensformen vonstatten gehen kann. Am Leitfaden des Verstehensbegriffs wird eine Neuorientierung der Sprachphilosophie vorgenommen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.11.2000

Voll des Lobes für dieses Buch ist Rezensent "Mitt." Wer bisher geglaubt habe, schreibt er, Hermeneutik sei vor allem made in Heidelberg, der werde hier eines Besseren belehrt. Mit der Dreiteilung (ein Teil Geschichte, zwei Teile Systematik) der Untersuchung scheint der Rezensent ebenso zufrieden zu sein wie mit ihrer Verständlichkeit. Dass der Autor mit "stupender Gelehrsamkeit" ans Werk geht, verspricht also reinen Genuss und muss niemanden abschrecken. Wer sich gar ernsthaft mit hermeneutischen Fragen befasst, meint "Mitt.", der braucht dieses Buch.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2000

Diese Habilitationsschrift gliedert sich in drei Teile, so Wolfgang Kersting: Erst kommt ein "hermeneutikgeschichtlicher Zettelkasten" der jeden Philosophen aufführt, der sich seit Aristoteles zum Verstehen geäußert hat. Nur Heidegger vermisst der Rezensent, der erst mal vorgibt, Verständnis für diese Lücke zu haben: Für "transzendentalphilosophische Völlerei" oder "fundamentalontologisches Prassen" - wofür sich Heidegger offenbar recht gut eignet - hat Scholz nämlich keinen Sinn, erklärt Kersting. Die Frage `Wie ist Verstehen möglich?` beantworte Scholz ausschließlich analytisch. Nachdem Kersting die Thesen des Autors aus dem zweiten und dritten Teil vorgestellt hat - wir hoffen, dass wenigstens Hermeneutiker sie verstehen - bricht plötzlich ein Gewitter los: "sprachanalytische Kalorienzählerei", "uneleganter Formalismus", "Präzisionstrivialismus" wecken den Leser der Rezension unsanft aus seinem Nickerchen. Warum besteht die FAZ darauf, eine Habilitationsschrift zu besprechen, die selbst der Rezensent "langweilig" findet? Wenn die Hermeneutik solche Fragen nicht beantwortet, kann sie uns gestohlen bleiben.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren