Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Oliver Matuschek

Stefan Zweig

Drei Leben - Eine Biografie

Cover: Stefan Zweig

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006
ISBN-10 3100489217
ISBN-13 9783100489210
Gebunden, 406 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

"Meine drei Leben", so lautete Stefan Zweigs Arbeitstitel für sein großes Buch "Die Welt von Gestern". Die Lehr- und Wanderjahre bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, die Erfolgsjahre des "Schriftstellerbetriebes" Stefan Zweig in Salzburg, schließlich die Exiljahre in Großbritannien, den USA und Brasilien. Sie bilden die drei großen Blöcke in Stefan Zweigs Biografie. Oliver Matuschek kann sich für seine Lebensbeschreibung auf eine Fülle neu zugänglicher Quellen, Forschungsergebnisse und bisher unbekannten Materials stützen. Er erzählt das ausgefüllte Leben eines vom Erfolg verwöhnten Schriftstellers, das durch die Zeitläufte bedingt eine Wendung nimmt und tragisch im gemeinsamen Freitod mit seiner zweiten Frau Lotte in einer brasilianischen Kleinstadt endet. Überdies widmet sich Matuschek allgemeinen Fragen, wie Stefan Zweigs Reisen, der Herangehensweise an die Stoffe seines Werks und dem Verhältnis Zweigs zu seinen Kollegen und Verlegern.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.06.2007

Überraschende Entdeckungen macht Rezensent Oliver Pfohlmann in der Stefan-Zweig-Biografie des Historikers Oliver Matuschek. Es gelingt dem Biografen, ein äußerst detailreiches Bild des Schriftstellers zu zeichnen, über dessen Leben - trotz seiner Prominenz - bislang wenig bekannt wurde, wie der Rezensent hervorhebt. Matuschek trage zahlreiche, auch unbekannte Quellen zusammen und schaffe es so, sowohl mit zweifelhaften Anekdoten über Stefan Zweig aufzuräumen, als auch Selbstdarstellungen des Schriftstellers, wie beispielsweise seine Haltung zum ersten Weltkrieg zu entlarven. Der Rezensent findet die Biografie außerordentlich kenntnisreich und erhellend. Einzig an der bisweilen trockenen Darstellung des Materials stößt er sich. Ein "Schuss Leidenschaft" hätte der Biografie bei allem Materialreichtum gut getan, findet er.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2007

Thomas Meissner prüft die von Oliver Matuschek verfasste Biografie über Stefan Zweig auf Herz und Nieren und stellt fest: Die gewählte Dreiteilung des Lebenslaufes - in Kindheit und literarische Anfänge, Zwischenkriegszeit und Nationalsozialismus - ist sinnvoll auf der "Makroebene", um Bruchstellen sichtbar zu machen, versagt jedoch, wenn es darum geht, das Material zu durchdringen. Bloße Chronologie findet Meissner wenig hilfreich, der Text erscheint ihm diffus und monoton zugleich. Die "Sprödheit" von Matuscheks Stil erleichtert ihm die Lektüre nicht. Die "quellenkritische Einleitung" immerhin ermöglicht ihm die Korrektur vorgefasster Zweig-Bilder.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.11.2006

Katharina Rutschky sieht in Oliver Matuscheks Vorgehensweise bei der Abfassung seiner Stefan Zweig-Biografie, die anlässig des 125. Geburtstags des Schriftstellers erschienen ist, die Vorzüge und Schattenseiten typisch angelsächsischer Biografik versammelt. Nach englischem Vorbild wird in der Lebensbeschreibung Zweigs zwar akribisch recherchiert und eine Fülle von Details ausgebreitet, mit Urteilen und Interpretationen sowie Werkanalysen hält sich der Autor dagegen vollkommen zurück, konstatiert die Rezensentin. Damit allerdings werde man weder dem Schriftsteller, der vor den Nazis und dann wieder nach dem Zweiten Weltkrieg zu den populärsten deutschsprachigen Autoren zählte, noch dem Menschen, der sich nie zu seiner Homosexualität bekannte und der durch Selbstmord aus dem Leben schied, gerecht, moniert Rutschky. Zudem vermisst die Rezensentin Ausführungen zum politischen Kontext und zur Rezeption von Zweigs Werken, so dass die Lektüre für sie alles in allem enttäuschend ausgefallen ist.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren