Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Odo Marquard

Philosophie des Stattdessen

Studien

Cover: Philosophie des Stattdessen

Reclam Verlag, Stuttgart 2000
ISBN-10 315018049X
ISBN-13 9783150180495
Broschiert, 144 Seiten, 3,58 EUR

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Klappentext

Der neue Essay-Band des Gießener Philosophen: eine Fortsetzung seiner Kompensationsphilosophie, in immer wieder überraschenden, bemerkenswerten Facetten. Auch über diesem Band könnte als Motto stehen: "Philosophie ist, wenn man trotzdem denkt."

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.08.2000

Ludger Heidbrink verteidigt den Autor gegen seine Kritiker, indem er dessen Kompensationsphilosophie attestiert, sie sei "zeitgemäßer denn je". In seiner Aufsatzsammlung lege Marquard dar, dass der "kompensierende Mensch" die Mängel seiner Lebenswelt nicht durch revolutionäre Umwälzungen, sondern durch Kompensation, also durch "umweghafte Reaktionen" auszugleichen suche. Diese Reaktion wird nach Meinung des Rezensenten von Gesellschaftskritikern zu Unrecht als unkritische, nur bejahende Haltung verworfen. Marquard zeige, dass sie vielmehr kulturkritisch zu verstehen sei und die Möglichkeit berge, die "inneren Widersprüche unserer Zeit" freizulegen, so der Rezensent anerkennend.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2000

Martin Meyer erläutert Odo Marquards "Philosophie des Stattdessen" als eine Art des sich Einschickens in die Unvermeidlichkeit bestimmter Zwänge und zugleich als eine Suche nach einem Regulativ, das die Soll- mit der Habenseite des Lebens wenn nicht in Einklang, so ins Gleichgewicht bringt. Einer dieser Zwänge ist die Zeit - und statt wie mancher Philosoph Zeit seines Lebens an einem großen Werk zu schreiben, scherzt Meyer, ziehe Marquard die kleine essayistische Form vor. Der Rezensent ist beeindruckt von den zwölf Skizzen, mit denen der Giessener Philosoph seine "skeptische Anthropologie" auf gelehrte wie vergnügliche Weise umreiße. Einer der zentralen Begriffe bei Marquard heißt Kompensation, womit er das Thema des Regulativs und der Lebensdienlichkeit quer durch die Geschichte verfolgt. Marquards "Theorie der Balancen", wie Meyer es nennt, sieht der Rezensent aufs Schönste im letzten der zwölf Aufsätze überprüft und bewahrheitet, in dem Marquard das Selbstporträt des Philosophen als alter Mann entwirft.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2000

Peter Vogt ist begeistert von diesem Buch, das kein schwergewichtiges "opus magnum" darstelle, sondern "Gelegenheitsarbeiten" im besten Sinne anbiete. Es sei die perfekte Lektüre in dieser schnelllebigen Zeit. Obwohl sich die Aufsätze durch "fehlende theoretische Kohärenz" und "mangelnde Systematik" auszeichneten, werde dieser Mangel durch den hohen "Gebrauchswert" dieser Texte mehr als aufgewogen, schwärmt der Rezensent. Er preist Marquards Fähigkeit, trotz großer "philosophischer Weisheit", die in seinen Texten zum Ausdruck käme, lesbar und stilistisch gekonnt zu schreiben und empfiehlt dieses Buch uneingeschränkt, besonders als "Entlastung vom Lebensernst".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren