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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Noam Chomsky

profit over people

Neoliberalismus und globale Weltordnung

Cover: profit over people

Europa Verlag, Hamburg 2000
ISBN-10 320376010X
ISBN-13 9783203760100
Broschiert, 160 Seiten, 12,53 EUR

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Klappentext

Chomskys Kritik an der Macht der Märkte zu lesen ist der erste Schritt, sich politisch zu engagieren. Welche weiteren Schritte auf dem Weg zu einer gerechteren Gesellschaft vonnöten und realisierbar sind, erfährt der Leser in diesem Buch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.12.2000

Der Linguist Noam Chomsky ist seit vielen Jahren einer der schärfsten radikaldemokratischen Kritiker der amerikanischen Demokratie. Seine Hauptthese, die der Rezensent Uwe Pralle zustimmend referiert, lautet, dass die amerikanische Demokratie nur - vom Verfassungsvater James Madison bereits formuliert - ein Ziel kenne: "die Minderheit der Wohlhabenden gegen die Mehrheit zu schützen." Globalisierung und Neoliberalismus dienten da einerseits, so Chomskys Beispiele, als Beglückungsstrategien für den Rest der Welt und andererseits hielten sich die USA im eigenen Land keineswegs an die so lautstark gepredigte Doktrin der Marktfreiheit. Wie stets spielen auch die Medien mit ihrer Produktion von "Konsens ohne Zustimmung" eine wichtige Rolle in der kritischen Analyse. Der Rezensent enthält sich eines eigenen Urteils, nennt Chomskys Kritik nur einmal "mitunter sarkastisch", scheint sonst aber ganz einverstanden.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.10.2000

Fritz J. Raddatz ist ernsthaft erschüttert von Chomskys Essay über den Neoliberalismus und die neue globale Weltordnung. Nicht weil es so schlecht wäre. Im Gegenteil. Das Bild eines "Kapitalismus ohne mensches Antlitz" ist zwar nicht so neu, wie Raddatz einräumt, aber Chomsky eröffne einen völlig neuen Blick. Dabei sieht Raddatz die Brisanz des Essays nicht so sehr im präsentierten Tatsachenmaterial, obwohl er sich viel Raum nimmt, Zahlen, Daten und Fakten aus Chomskys "niederschmetternden Bilanz" darzustellen. Das Brisante macht Raddatz in den aufgezeigten fatalen Folgen für die Demokratie aus: Dass der Mensch im Zeitalter von Kommunikation und Information der völligen Manipulation unterliegt. "Die Undurchschaubarkeit unserer gesellschaftlichen Systeme produziert etwas Verhängnisvolles: Verdruss und Passivität" - die schlimmsten Feinde der Demokratie. Raddatz schließt mit der Aufforderung, doch wieder Marx zu lesen und über eine postkapitalistische Gesellschaftsordnung nachzudenken: "Schließlich schien die Abschaffung der Sklaverei auch einmal undenkbar."

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.10.2000

Unter dem ironisch und doch ernst gemeinten Motto "Chomsky hat immer Recht" handelt Mark Terkessidis zwei zeitgleich auf Deutsch erschienene Bücher des amerikanischen Linguisten und Anarchisten Noam Chomsky ab: die Streitschrift "Profit over people" (Europa Verlag) sowie den Aufsatz - und Interviewband "Die politische Ökonomie der Menschenrechte" (Trotzdem Verlag).
Chomsky sei grundsätzlich und "unzeitgemäß misstrauisch", meint Terkessidis, der eingesteht, dass Chomsky in seinem Eifer auch schon mal zu weit gehe, etwa wenn er dem regimetreuen Sender Milosovic` ein Interview gewährt, weil er gegen die Nato-Bombardierung ist. Nach Terkessidis leistet Chomsky "Drecksarbeit", er liefert dem Leser genaue und kaum veröffentlichte Informationen, die vor allem die us-amerikanische Subventions- und Sicherheitspolitik, deren "schamlosen Protektionismus" und die verlogene neoliberale Ideologie angeht, die dort am meisten Chancen hat, gibt Terkessidis den Autor wieder, wo die formelle parlamentarische Demokratie am Werke ist. Für Chomsky bedeute der Neoliberalismus "eine neue Form leninistischer Elitenherrschaft", schreibt der Rezensent und weist darauf hin, dass ausgerechnet der Anarchist Chomsky den Staat als einziges wirksames Gegengift betrachte. Ein hilflose Schlussfolgerung, meint Terkessidis, die an der Richtigkeit von Chomskys Analyse jedoch nichts ändere.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren