Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Französischen von Regula Renschler. Bouviers Philosophie des Reisens, seine Offenheit fremden Menschen, Kulturen und Landschaften gegenüber und seine Kunst, die bereisten Welten neu zu erschaffen und in Poesie zu verwandeln, prägen alle seine Reisebücher. So auch den vorliegenden Band, der 1990 unter dem Titel Journal d'Aran et d?autres lieux erschien und in dem Bouvier drei "Blätter von unterwegs" vereinigt. In seiner unvergleichlichen Art unterwegs war er auf den der irischen Westküste vorgelagerten Aran-Inseln, auf der südlich von Korea gelegenen Vulkaninsel Tschedschu und in Sian, einem der Zentren des klassischen China.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.10.2003
Hans-Jürgen Heinrichs gefallen diese drei Reisetexte des französischen Autors, Journalisten und Fotografen, der 1998 starb, sehr. Bouvier erzähle von einer Fahrt auf die irischen Aran-Inseln, einer Reise zur koreanischen Insel Tschedschu und einem Besuch des chinesischen Sian, erklärt der Rezensent. Ihn faszinieren die scheinbare "Leichtigkeit" und "das Fluidum des unmittelbar Erlebten", das diese Texte auszeichne. Zugleich weist Heinrichs explizit auf die sorgfältige und vorsichtige Konstruktion der Berichte hin, die Raum für "anthropologische, natur- und kunstgeschichtlichen" Überlegungen lasse. Während er am Text über die Aran-Inseln den "präzisen Eindruck vom fanatischen irischen Mönchswesen" lobt, den der Autor heraufbeschwört, gefällt ihm am Bericht aus Tschedschu insbesondere die Gegenüberstellung von "japanischem und koreanischem Denken". Dem Autor gelingt wie nebenbei "lebendige Mentalitäts- und Geschichtsschreibung", die ein "vielschichtiges Bild" von fremden Lebensweisen vermittelt, schwärmt der Rezensent. Heinrichs räumt ein, dass man es insbesondere dem Text über die irischen Inseln wegen seines journalistischen Blickwinkels anmerkt, dass er für die Zeitschrift "Geo" geschrieben wurde und keine besonderen "literarischen Ambitionen" verfolgte. Dennoch bekennt der Rezensent freimütig, dem Buch von Anfang an "widerstandslos verfallen" zu sein.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.09.2003
Einen "Mystiker des Reisens" nennt Beatrice von Matt den 1998 verstorbenen Genfer Reisejournalisten Nicolas Bouvier. Die vorliegende Veröffentlichung versammelt drei Reisen in vollkommen unterschiedliche Regionen: auf die westirischen Aran-Inseln, auf die südkoreanische Vulkaninsel Tschedschu und ins chinesische Sian. Diese Mischung ist gewollt, versichert von Matt, stattgefunden hätten die Reisen außerdem zu ganz verschiedenen Zeitpunkten. Bouvier habe sie 1989/90 in ihre heutige, "schwebend eindringliche Form" gebracht. Bouviers Vorgehensweise als Reisemystiker ist immer gleich, konstatiert von Matt: er liefert sich mit Haut und Haar aus, was zunächst einmal die klimatischen Verhältnisse betrifft: eiskalter Februarwind vom Atlantik auf den Araninseln; subtropische Bedingungen auf Tschedschu. Auch Krankheiten dienen als Erkenntnismittel, ist von Matt aufgefallen; ihr kommt es so vor, als habe der Autor die Krankheit regelrecht gesucht, um das Halluzinatorische von Fieberschüben auszukosten. Doch das Besondere an Bouvier sei, versichert die Rezensentin, dass er sich durchlässig für die fremde Umgebung zeige und sich dabei selbst immer wieder über die Schultern gucken könne.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Erhard Oeser: Das Reich des Mahdi
Mit 33 Abbildungen. 1885 erschütterte die westliche Welt die Nachricht vom Fall der Stadt Khartum und der brutalen ...
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








