Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen von Brigitte Heinrich. 1981: Die 16jährige Medve verbringt den Sommer in einem halbverfallenen Art-deco-Hotel auf einer winzigen Insel vor der Südküste von Devon. Sie steckt mitten in der Pubertät und quält sich mit dem Gedanken, irgendwie unnatürlich zu sein. Und tatsächlich ist sie auch ziemlich groß für ihr Alter, könnte um einiges besser aussehen und würde sich gewiß wohler in ihrer Haut fühlen, wenn ihre Mutter, Schwester Christabel und der ältere Bruder Barge noch bei ihr wären. Die aber sind alle ausgeflogen. Und so verbringt Medve die langen Tage mit ihrem Vater, einem "Zahnstocher mit Ellenbogen", der 12jährigen Schwester Patch, einer dicklichen und höchst belesenen Kochkünstlerin, und dem kleinen Bruder Feely, der ein staunenswertes wie unheimliches Interesse für Naturkunde hegt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.06.2003
Friedhelm Rathjen schaut mit gemischten Gefühlen auf Nicola Barkers "ungeheuer nassforschen" Roman, auch wenn seine anfängliche Befürchtung, es werde die ganze Zeit in dem kruden Teenagerslang der ersten Seiten weitergehen, sich nicht bestätigt. Trotzdem findet er den Roman anstrengend, die Häufung der "aberwitzigen und nichtssagenden und anekdotischen und skurrilen Episoden" führt zu "einer Art lakonischen Exzessivität", erklärt er leicht erschöpft. Literarische Qualitäten wie "Handlungsentwicklung" oder "epischer Fluss" kommen ihm zu kurz. Der Ton in dem die 16jährige Medve, Kind einer siebenköpfigen Familie, ihre Kratzbürstigkeit zur Schau stellt, ist laut Rathjen "auf düstere Weise monströs". Und doch spürt man zwischen den Zeilen der Rezension eine große Sympathie für die Autorin und ihre Heldin. Am Ende gibt Rathjen zu, eine "unerklärliche Leichtigkeit" gespürt zu haben, wie an einem faulen heißen Sommertag. Nur das Ende, auf das das Drama dann unvermeidlich zusteuere, vergällt ihm dieses Gefühl wieder. Es ist ihm zu "erwachsen".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.12.2002
Pubertärer als der unflätigste Teenager kommt Nicola Barkers Pubertätsdrama "Nadeln im Ohr" nach Ansicht von Rezensentin Jutta Person daher, was sie reichlich anstrengend findet. Daher lässt sie auch kein gutes Haar an dieser "Mischung aus Marc-Almond- Reminiszenzen, Fäkalsprache und dem Versuch, die story mithilfe möglichst bizarrer Familienverhältnisse und -mitglieder zu bestreiten". Zwar verweise der Klappentext laut Rezensentin auf die "altehrwürdige Times", die dem Roman Frische und Originalität bescheinigt habe, und wage dazu einen Vergleich mit J. D. Salingers "Der Fänger im Roggen", für die Rezensentin "einer der brillantesten Teenager-Geschichten des letzten Jahrhunderts". Aber das kann die Rezensentin nicht beeindrucken. "Nadeln im Ohr" spieße einen schlechten Witz auf den nächsten, um die Langeweile zu übertünchen, die sich bereits beim ersten Gefluche der Protagonistin einstelle.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2002
Ziemlich abwatschen lassen muss sich hier die junge britische Erfolgsautorin von Thomas David. Zwar zeige sie auch hier ihre Liebe zu bizarren Verhältnissen und skurrilen Menschen, - die riesenhafte Heldin Medve, ihr zwergenhaft kleiner Vater namens Big, die Geschwister, "verschrobenen, debil und verzogen". Aber weil die "hintergründige Ernsthaftigkeit" fehlt, die alle Komik auch braucht, gerät dies Buch in Davids Augen gefährlich nahe an den Rand zur "Klamotte". Der vierte Roman der ansonsten vom Rezensenten als eine der "originellsten und unerschrockensten Schriftstellerinnen ihrer Generation" gelobten Autorin ist seiner Meinung nach ganz einfach daneben gegangen: ihr "bislang schwächstes Buch".
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Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen







