Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen von Silvia Morawetz. Alistair Mackenzie, emeritierter Professor für englische Literatur, lebt seit dem Tod seiner Frau allein. Zu seiner Tochter Agnes hat der eigensinnige Witwer ein gespanntes Verhältnis. Als sein Haus bei einem Feuer zerstört wird, ist er jedoch gezwungen, bei ihr und ihrer Familie einzuziehen. Mackenzie hat es nicht einfach, sich in seiner neuen Umgebung zurechtzufinden, und flüchtet in Erinnerungen an frühere Jahre. In Gedanken läßt er Menschen vorüberziehen, die seinen Weg kreuzten oder sein Leben teilten. Er erinnert sich an seine Schwester, die mit einem Zirkusakrobaten durchbrannte, an seinen Schwager, der hoch über den Wolken auf einem Flugzeugflügel spazierenging, an den Gärtner, der für seinen Nachbarn zum Mörder wurde ... und an seine Frau Mary, die er ein Leben lang liebte und beinahe für immer verloren hätte.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.04.2005
Mit diesem Roman hat sich der aus Trinidad stammende, in Kanada lebende Autor Neil Bissoondath aus seinem bisherigen Themenbereich der Einwandererproblematik herausbewegt, konstatiert Georg Sütterlin. Er handelt vom schottischstämmigen kanadischen Emeritus Alistair Mackenzie, der nach dem Tod seiner Frau zu seiner Tochter zieht und sich nun an sein Leben erinnert. "Restlos" überzeugend findet der begeisterte Rezensent die "subtil gezeichnete" Figur Mackenzies und er betont, dass der Roman vom "lebhaften Erzählton" dieses Protagonisten sowie von der "schonungslosen Offenheit", mit dem der Professor die Fehler seines Lebens beim Namen nennt, profitiert. In "prägnanten Vignetten" fängt Bissoondath den langweiligen, in Routine erstarrten "bürgerlichen Alltag" seiner Figur genauso ein wie die "deliziösen Tröstungen", lobt der eingenommene Rezensent.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.12.2004
Der aus Trinidad stammende und seit über 20 Jahren in Kanada lebende Neil Bissoondath erschließt sich mit diesem Roman einen neuen Themenkreis, bemerkt Florian Welle. Hat der Autor bisher vor allem über Rassismus, Gewalt und Immigration geschrieben, erkundet er in "Willkommen, Mister Mackenzie" zum einen die "innere Zerrissenheit des franco-anglophonen Kanada" und fragt zum anderen nach der Rolle der Erinnerung und des Erzählens im Leben eines Menschen, schreibt der Rezensent weiter. Hauptfigur ist der emeritierte Professor Alistair Mackenzie, dessen Haus mit allen seinen Besitztümern und Erinnerungsstücken darin abgebrannt ist und der nun notgedrungen bei seiner ihm "fremd gebliebenen" Tochter unterschlüpft, fasst Welle zusammen. Er ist hingerissen von der "Fabulierlust" Bissoondaths und bemerkt anerkennend, wie "kunstvoll" der Autor erzählte Gegenwart und erinnerte Vergangenheit Mackenzies in seinem Roman miteinander verknüpft. Ein "kraftvoller Roman" mit "leisen, zärtlichen Tönen", schwärmt der Rezensent, dem es besonders ein gewisser "artistisch-anarchischer" Zug in diesem Buch angetan hat.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.2004
Hat sich der indischstämmige Autor Neil Bissoondath in seinen bisherigen Romanen mit dem Thema der Immigration beschäftigt, dreht sich sein vorliegendes Buch um den sprachlichen Riss im franco-anglophonen Kanada, stellt Sebastian Domsch fest. Bissoondaths Hauptfigur, der emeritierte Professor für englische Literatur und erklärter Charles-Dickens-Liebhaber Alistair Mackenzie, verweigert sich nämlich der Zweisprachigkeit und beharrt konsequent auf dem Englischen, erklärt der Rezensent. Wenn er auch zunächst meint, der Autor schildere seinen Protagonisten mit einnehmender "Glaubwürdigkeit und Skurrilität", sieht er sich schon bald von den allzu "hölzernen Dialogen" und der "überdeutlichen" Symbolik des Romans abgeschreckt. Zudem schaffe es Bissoondath nicht, seine Leser wirklich "gefangen zu nehmen", was auch durch die "Schockeffekte", die er allenthalben einbaut habe, nicht erreicht werde, beklagt sich der Rezensent. Die Intention des Autors, neben "lebensklugen" Einsichten Mackenzies, auch die Schrecken des Krieges und die Grausamkeit in die kanadische Alltagswelt eindringen zu lassen, misslingt nicht zuletzt deshalb, weil Bissoondath dem "sprachlich nicht gewachsen" ist und damit das Grauen zum bloßen "Effekt degradiert", moniert Domsch.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Erhard Oeser: Das Reich des Mahdi
Mit 33 Abbildungen. 1885 erschütterte die westliche Welt die Nachricht vom Fall der Stadt Khartum und der brutalen ...
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








