Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Moshe Zimmermann

Deutsche gegen Deutsche

Das Schicksal der Juden 1938-1945

Cover: Deutsche gegen Deutsche

Aufbau Verlag, Berlin 2008
ISBN-10 3351026706
ISBN-13 9783351026707
Gebunden, 315 Seiten, 22,95 EUR

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Klappentext

Moshe Zimmermann hat die Situation der deutschen Juden von der rechtlichen Ausgrenzung über die "Arisierung" bis hin zum sozialen und physischen Tod umfassend analysiert. Er beschreibt auch das Schicksal deutscher Juden in den Ghettos im Osten und in den Ländern der Emigration sowie das Fortbestehen einer deutsch-jüdischen Kultur (in der Heimat wie im Exil). Die vielfältigen Gruppierungen im deutschen Judentum konfrontiert er mit dem rassistischen Judenbild der Nazis. So kommt er zu differenzierten Urteilen über Solidarität, jüdischen Widerstand und Kollaboration, über die Rolle der Reichsvereinigung der Juden, Leo Baecks und anderer.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.11.2008

Erstaunt hat der Historiker Moshe Zimmermann zur Kenntnis genommen, dass es zur Geschichte der deutschen Juden in den Jahren 1938 bis 1945 bisher keine zusammenhängende Darstellung gibt. Deshalb hat er sie seinen den Nazis entkommenen Eltern gewidmet, selber geschrieben. Geschildert wird, wie die Vernichtung, die jedem Menschen undenkbar scheinen musste, nach und nach Wirklichkeit wurde. Der Undenkbarkeit wegen, auch der drakonischen Strafen wegen für jede kritische Äußerung oder Tat nimmt Zimmermann auch die nachmals heftigen Vorwürfen ausgesetzte "Reichsvertretung der Juden in Deutschland" in Schutz, die, wie man hinterher weiß, zu lange abwartend und angepasst agiert hat. Vor Augen geführt wird - eindrücklich, findet der Rezensent Stephan Speicher -, wie fremd die zunächst in Gettos im Osten deportierten bürgerlichen deutschen Juden den dort lebenden Leidensgenossen erschienen. Etwas rätselhaft ist die Tatsache, dass der Rezensent das Buch, gegen das er kein Sachargument anführt, an einer Stelle, ohne zu sagen, warum, als "merkwürdig" bezeichnet.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.11.2008

Eine "eklatante Forschungslücke" liegt diesem Buch zugrunde, das diese, wie sein Autor, der Historiker Moshe Zimmermann erklärt, nun schließen soll. Es gab bisher nämlich keine Monografie, die das Schicksal der deutschen Juden in den Jahren 1938 bis 1945 im Zusammenhang darstellt. Programmatisch ist schon der Titel des Werks. Mit dem antisemitischen Sprachgebrauch, der "Juden" bedenkenlos gegen "Deutsche" setzt, will Zimmermann sich nicht gemein machen. Es gehe, so der Rezensent Andrej Reisin, dem Autor deshalb auch genau darum zu zeigen, "wie vielfältig und untrennbar Deutschsein und Jüdischsein miteinander verwoben waren". Unter Verwendung sehr unterschiedlichen Materials - Akten, Zeugenberichten, Ton- und Filmaufnahmen - gelinge Zimmermann eine "detaillierte" Darstellung der Beziehungen von Juden und Nicht-Juden in Deutschland. "Unschätzbar" findet der Rezensent die Leistung des Buches, das Genauigkeit der Forschung mit "guter Lesbarkeit" zu verbinden verstehe.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren