Was stellt sich ein, wenn Leute etwas zusammen machen? Was wäre das, was nur die Gruppe enthalten kann? Und vor allem: "Wie geht vorbereiten?" In ihrem poetischen Essay "Ah, das Love-Ding!" erkundet Monika Rinck die Transiträume und changierenden Übergänge von Singular zu Plural. Nicht Sublimierung, Substitution oder Entzug gibt sie den Protagonisten dieser "education sentimentale" dabei auf, sondern eine Einübung in die "»Neuerziehung der Wünsche". Gegen die Reduktion gebotener Komplexität, gegen "sentimentalisch-terroristisches Einsamkeitsfieber" und die Zermürbung aller Beteiligten formuliert sie eine heutige Form der romantischen Idee des unendlichen Gesprächs und verfolgt die Wendung zum Glückenden: auf etwas, auf den und die Anderen zu.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.07.2007
Monika Rinck bezeichnet ihren Text "Ah, das Love-Dings" zwar als Essay, in Wirklichkeit aber ist er Roman, Gedicht, wissenschaftliche Untersuchung und philosophische Abhandlung in einem, stellt ein faszinierter Jean-Michel Berg fest. Besonders beeindruckend findet der Rezensent, mit welcher Mühelosigkeit die Autorin von theoretischen Höhen, in denen sie Lacan, Foucault oder Platon in ihre Überlegungen miteinbezieht, in die Niederungen des Alltags eintaucht, fröhlich Uni- und Kunstwelt parodiert oder ins Lyrische gleitet. Vieles bleibt rätselhaft bei diesem außergewöhnlichen Text, betont Berg, der bekennt, dass das Buch stellenweise geradezu "ergreifend" ist, auch wenn man eben nicht immer alles versteht, was die Autorin zur "Geschichte der abendländischen Beziehungslogik", wie sie ihren Text einmal ironisch apostrophiert, vorbringt.
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