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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Monika Becker

Kriminalität, Herrschaft und Gesellschaft im Königreich Württemberg

Ein Beitrag zur Historischen Kriminologie unter Berücksichtigung von Normen- und Sozialgeschichte in Württemberg von 1830 bis 1848

Max-Planck-Institut für ausländisches und internat, Freiburg i.Br. 2001
ISBN-10 3861130416
ISBN-13 9783861130413
Broschiert, 250 Seiten, 21,00 EUR

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Klappentext

Kriminologische Forschungsberichte aus dem Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht Freiburg, Band 96. Bei der Auseinandersetzung mit der Frage, ob für die Entwicklung der Kriminalität modernisierungs- oder zivilisationstheoretischen Ansätzen der Vorzug zu geben sei, wird von vielen historisch orientierten Kriminologen die Auffassung vertreten, vor der Industrialisierung sei es vermehrt zu gewaltsamen Konflikten gekommen, für die noch kein staatliches Lösungspotential zur Verfügung stand. Für Württemberg trifft diese Auffassung nach den Erkenntnissen der vorliegenden Studie nicht zu. Das Beispiel Württembergs im Vormärz zeigt, dass Makrotheorien wie die Zivilisations- oder Modernisierungstheorie nur bedingt geeignet sind, Veränderungen auf der Ebene der registrierten Kriminalität zu erklären.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.02.2002

Ausgesprochen angetan von dieser rechtshistorischen Studie über das "vormärzliche" Württemberg ist Rezensent Stephan Rixen. Autorin Monika Becker verbinde "Sozialgeschichte der Kriminalität mit Volkskunde und sozialwissenschaftlicher Kriminalitätstheorie". Rixen zufolge hat sie dabei "Prinzipielles" im Sinn: nämlich die Trägfähigkeit kriminologischer Großtheorien zu überprüfen, die beanspruchen, Langzeitentwicklungen von Kriminalisierungsprozessen zu klären. Ihre Untersuchungen konzentrieren sich dabei laut Rezensent auf zwei Theorien - die "Modernisierungstheorie, die das Phänomen Kriminalität wesentlich auf die industrielle Revolution" zurückführe, und die "variantenreich vertretene Zivilisationstheorie", die vom zivilisierenden Effekt der Moderne ausgehe. Beeindruckt ist der Rezensent besonders von der "subtilen Analyse der sozioökonomischen Lage" und der "Feinanalalyse von Kriminalität und Strafverfolgung". Bedauerlich findet er allerdings deren lückenhafte Quellenbasis. Dennoch hat die Autorin mit ihrer Studie die historische und die sozialwissenschaftliche Kriminologie für den Rezensenten an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit geführt.

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