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Monika Becker
Kriminalität, Herrschaft und Gesellschaft im Königreich Württemberg
Ein Beitrag zur Historischen Kriminologie unter Berücksichtigung von Normen- und Sozialgeschichte in Württemberg von 1830 bis 1848
Klappentext
Kriminologische Forschungsberichte aus dem Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht Freiburg, Band 96. Bei der Auseinandersetzung mit der Frage, ob für die Entwicklung der Kriminalität modernisierungs- oder zivilisationstheoretischen Ansätzen der Vorzug zu geben sei, wird von vielen historisch orientierten Kriminologen die Auffassung vertreten, vor der Industrialisierung sei es vermehrt zu gewaltsamen Konflikten gekommen, für die noch kein staatliches Lösungspotential zur Verfügung stand. Für Württemberg trifft diese Auffassung nach den Erkenntnissen der vorliegenden Studie nicht zu. Das Beispiel Württembergs im Vormärz zeigt, dass Makrotheorien wie die Zivilisations- oder Modernisierungstheorie nur bedingt geeignet sind, Veränderungen auf der Ebene der registrierten Kriminalität zu erklären.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.02.2002
Ausgesprochen angetan von dieser rechtshistorischen Studie über das "vormärzliche" Württemberg ist Rezensent Stephan Rixen. Autorin Monika Becker verbinde "Sozialgeschichte der Kriminalität mit Volkskunde und sozialwissenschaftlicher Kriminalitätstheorie". Rixen zufolge hat sie dabei "Prinzipielles" im Sinn: nämlich die Trägfähigkeit kriminologischer Großtheorien zu überprüfen, die beanspruchen, Langzeitentwicklungen von Kriminalisierungsprozessen zu klären. Ihre Untersuchungen konzentrieren sich dabei laut Rezensent auf zwei Theorien - die "Modernisierungstheorie, die das Phänomen Kriminalität wesentlich auf die industrielle Revolution" zurückführe, und die "variantenreich vertretene Zivilisationstheorie", die vom zivilisierenden Effekt der Moderne ausgehe. Beeindruckt ist der Rezensent besonders von der "subtilen Analyse der sozioökonomischen Lage" und der "Feinanalalyse von Kriminalität und Strafverfolgung". Bedauerlich findet er allerdings deren lückenhafte Quellenbasis. Dennoch hat die Autorin mit ihrer Studie die historische und die sozialwissenschaftliche Kriminologie für den Rezensenten an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit geführt.
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