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Klappentext
Aus dem Kroatischen von Brigitte Döbert. Nach "Buick Rivera" und "Freelander" schickt Miljenko Jergovi in seinem neuen Roman "Wolga, Wolga" wieder einen einsamen Helden auf die Reise. So entsteht eine Geschichte, die das Schicksal eines Mannes in zahlreichen Rückblenden mit der politisch-historischen Vergangenheit des ehemaligen Jugoslawien verbindet. Während des Kommunismus der siebziger Jahre sucht der vom Leben gestrafte Dzelal Pljevljak im islamischen Glauben Trost und fährt regelmäßig mit seinem schwarzen Wolga von Split an der dalmatischen Küste nach Livno ins benachbarte Bosnien-Herzegowina, um in der Moschee zu beten. Durch die Begegnung mit einer ebenfalls muslimischen Familie beginnt seine Einsamkeit in einem Land voller Bespitzelung und Verrat gerade zu schwinden, da nimmt die Geschichte auf einer dieser Fahrten plötzlich eine tragische Wendung.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.2012
Für Miljenko Jergovics jüngsten Roman "Wolga, Wolga" hätte der durchschnittliche Leser eigentlich ein Sachregister gebraucht, meint Michael Martens, denn so manche Anspielung ist nur für den "Jugoslawien-Experten" oder dort Geborenen verständlich. Der in Sarajewo geborene und in Zagreb lebende Jergovic erzählt vom alten Dzelal Pljevljak, der mit einem sowjetischen Wolga in die weit entfernte Moschee zum Beten fährt, auf der Reise tief in die Abgründe der jugoslawischen Geschichte taucht und schließlich, wie er glaubt, betrunken eine Familie totfährt, erfahren wir. Zu Recht wird Jergovic von der deutschsprachigen Kritik als Meister der "Abschweifung" gepriesen, betont der Rezensent, der diese Kunst hier aber allzu ausgiebig und nicht immer originell gepflegt sieht. Bei permanenter Anwendung verblasst der Glanz dieser durchaus souveränen Erzählweise und wenn Martens auch versichert, dass dieser Roman immer noch "ziemlich gut" ist, so hat er schon Besseres von Jergovic gelesen und empfiehlt darum auch, ihn nicht gerade als Einstiegswerk zu wählen, um diesen überaus talentierten Schriftsteller kennen zu lernen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.11.2011
Für Andreas Breitenstein ist der 1966 in Sarajewo geborene und heute in Zagreb lebende Miljenko Jergovic die literarische Autorität, die sich der Geschichte Jugoslawiens anzunehmen imstande ist. Der Abschluss seiner Roman-Trilogie mit dem Band "Wolga, Wolga", in dem wie in "Buick Rivera" und Freelander" ein Auto stellvertretend für einen tief in die Geschichte Jugoslawiens verstrickten Menschen steht, hat den Rezensenten einmal mehr sehr beeindruckt und begeistert. Von schweren Schicksalsschlägen getroffen, fährt der frühere Armeefahrer Dzelal Pljevljak täglich von Split nach Livno, um dort in der Moschee zu beten. Silvester 88/89 wird eine Familie von seinem Autor überfahren, wofür Dzelal die Verantwortung übernimmt und ins Gefängnis kommt, erfahren wir. Für den faszinierten Rezensenten spielt der Autor auch in diesem Roman höchst kunstvoll mit wechselnden Erzählperspektiven und gibt seine Fakten nur zögerlich preis. Breitenstein ist völlig in den Bann geschlagen von Jergovics Verknüpfung von persönlichem Schicksal und Jugoslawiens Geschichte, und er sieht hier nichts weniger, als die "Lebenslügen von ganzen Generationen" aufgegriffen. Rasant mischt der Autor hier Geschichtsrapport, Aberwitz und überbordende Phantasie, meint der Rezensent, für den sich der Roman ob seiner "bitteren Komik" nicht zuletzt auch als "Groteske" liest.

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Miljenko Jergovic
Miljenko Jergovic, geboren 1966 in Sarajevo, studierte Philosophie und Soziologie an der dortigen Universität. Er ist Mitbegründer der "Group 99". Jergovic berichtete unter anderem für die Zagreber Wochenzeitung "Nedeljna Dalmacija" ... mehr lesen
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