Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Miljenko Jergovic

Sarajevo Marlboro

Erzählungen

Cover: Sarajevo Marlboro

Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN-10 3895613924
ISBN-13 9783895613920
Gebunden, 200 Seiten, 18,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Miljenko Jergovic erzählt aus dem belagerten Sarajevo: Seine Helden sind die kleinen Leute, beschädigt und zerstört von den Schrecken des Krieges, der ihren Alltag und das Zusammenleben im Vielvölkerstaat völlig aus den Fugen hebt. Er erweist sich als Meister des Details: der Kaktus der Geliebten, der während des Bombardements im Keller vertrocknet; der Apfelbaum zwischen zwei Grundstücken, der in der schlimmsten Phase des Krieges die prächtigsten Äpfel trägt und zerstrittene Nachbarn in ihrer Not wieder zusammenbringt; der Tontopf für ein typisches bosnisches Gericht, der im Exil sehnlich vermisst wird - die einfachen Dinge des täglichen Lebens spiegeln die große Tragödie im Kleinen und lassen Schrecken und Verzweiflung unmittelbar spürbar werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.10.2009

Rezensent Nico Bleutge ist sehr beeindruckt von den Erzählungen von Miljenko Jergovic, der "atmosphärisch genau" und dabei doch nüchtern bis skeptische Sicht von der Liebe in Zeiten der Jugoslawien-Kriege erzählt. Mit der "ihm eigenen Ironie" distanziert er sich von der "nach Eigentlichkeit schielenden Sichtweise von Kriegsreportern und Politikern" und hält in eher beiläufigen Beobachtungen und Fragmenten den finsteren Teil der balkanischen Historie fest. Allerdings findet der Rezensent Jergovics Geschichten gelungener, wenn sie ein offenes Ende haben, und der Autor eine "brüchige Stimmung schafft", die nicht nur von der Gegenwart erzählt, sondern auch von der "Erinnerung". Insofern stört es ihn ein wenig, dass sich Jergovic bisweilen "manche Pointe nicht nehmen lässt".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.05.2009

Sandra Kerschbaumer freut sich sehr, dass nun Miljenko Jergovic' meisterhafter Erzählband "Sarajevo Marlboro" in einer neuen Übersetzung wiederzuentdecken ist. In den Kurzgeschichten, die während der Belagerung von Sarajevo entstanden und 1994 erstmals erschienen, ist der Krieg stets gegenwärtig und gibt den Blick in das Leben von Menschen frei, die sich angesichts der Kriegsschrecken vor allem um eine stoische, die "innere Freiheit" mit aller Macht aufrechterhaltende Haltung und die Abwehr von bedrückenden Emotionen bemühen, stellt die Rezensentin fest. Die souveräne Sprachbeherrschung des Autors lässt seine Anfänge als Lyriker deutlich hervortreten, findet die begeisterte Rezensentin, die von der "schlichten, rauen Sprache", die auch Pathos nicht fürchtet, hingerissen ist. Der Autor verteidige in seinen Geschichten das "Humane gegen den Krieg", so Kerschbaumer berührt, die dem Buch bleibende "ästhetische und moralische" Wirkung zuspricht.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren