Bücherschau der Woche
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Klappentext
Mit 43 Farbfotos. Ein Anruf lockt die Autorin Milda Drüke in den Pazifik: eine Einladung von Freunden, die sie vor Jahren bei ihrer Weltumsegelung kennengelernt hat. Auf der Reise geschieht es, dass Milda Drüke mit Einheimischen auf einem traditionellen Auslegerkanu mitsegeln darf. Sie erfährt, dass das Boot aus dem Kanubaum gebaut ist, einer Baumart, die einst wie ein Mensch von einer Frau auf die Welt gebracht wurde. Ihr Blut sei bis heute in jedem Kanubaum zu sehen, sein Inneres so rot wie das Innere des Menschen. Die Legende und die Fahrt auf dem Kanu wecken in Milda Drüke einen spontanen Wunsch: Sie möchte ein solches Kanu entstehen sehen, vom Fällen des Kanubaumes bis zum Stapellauf.
Tatsächlich gelingt es ihr, alle Schwierigkeiten zu überwinden und zur Auftraggeberin für den Bau eines großen Auslegerkanus zu werden. Dafür verpflichtet sie sich, die Arbeiter - fast alle männlichen Dorfbewohner - mit Fischkonserven der Marke Solomon Blue zu entlohnen, die begehrter sind als frischer Fisch aus dem Meer. Unvorhersehbare Ereignisse unterbrechen die wochenlange Arbeit, die von zwei Kanubaumeistern geleitet wird, immer wieder.
Wie Milda Drüke es dennoch schafft, in diesem so fremdartigen Umfeld, in dem Frauen Ferkel zum Säugen an die Brust legen, die Balance zu halten, schildert sie in einer atmosphärischen Sprache, die das Wesen ihrer melanesischen Gastgeber behutsam widerspiegelt. Aufgrund ihrer Beobachtungsgabe und Fähigkeit, genau zu beschreiben, entfaltet die Erzählung einen Sog, dem sich der Leser nicht entziehen kann. Milda Drüke hat Respekt vor der anderen Kultur, sie bewertet und idealisiert nicht, sie lebt einfach mit. So ist dieses Buch ein Reisebuch im allerbesten Sinne: ein Buch über das Unterwegs-Sein, über die Begegnung mit dem Meer, mit sich selbst; aber auch ein Buch über das Sich-Fügen, das Warten, das Paradox der Zeit - und die Einsicht: Alles ist möglich.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.03.2007
Im Zentrum des Buches, das die Weltumseglerin Milda Düke über ihre Reise auf eine Insel in Papua-Neuguinea geschrieben hat, steht der von ihr selbst in Auftrag gegebene Bau eines Segelkanus, erklärt Hans Gasser. Ginge es allerdings nur um diesen Bootsbau und die geschäftlichen Verhandlungen darum, wäre das Buch nicht halb so interessant. Aber weil die Autorin immer tiefer in die Gesellschaft der Inselbewohner eindringt und feststellen muss, dass hier beileibe keine Idylle zu finden ist, erntet sie das Wolhwollen der Rezensentin.
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