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Klappentext
Rumänisch-deutsch. Nach einer Interlinearübersetzung von Geraldine Gabor in deutsche Verse gebracht von Ernst-Jürgen Dreyer. Mihai Eminescu (1850-1889) gilt als der bedeutendste rumänische Dichter des 19. Jahrhunderts. Seine formbewußte Liebeslyrik fasziniert durch Sprachmagie und Wohllaut, seine originellen Episteln bestechen durch sarkastischen Witz. Aus der Sprache des Bauernvolks erwachsen, förderte Eminescus Poesie mit ihrem alle Quellen ausschöpfenden Wortschatz, ihren syntaktischen Wagnissen und ihrer Ausgewogenheit archaischer und moderner Elemente die Entwicklung des Rumänischen zur Hochsprache. Die von Weltschmerz und spätromantischer Melancholie geprägte Dichtung Eminescus, dessen tragische Existenz symbolisch für jene seines Volkes gedeutet wurde, besitzt über die nationale Bedeutung hinaus den Rang von Weltliteratur. Die vorliegende Übersetzung schließt mit ihrer repräsentativen Auswahl aus dem Oeuvre Eminescus eine empfindliche Rezeptionslücke im deutschsprachigen Raum.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2000
"Einer der großen Unbekannten der europäischen Literatur" - so führt Ernst Osterkamp den "Begründer der modernen rumänischen Poesie" ein. Seine Gedichte lägen nun in einer "schönen Auswahl vor". Zunächst erfährt man ein paar biographische Details. Sogar im Berlin der Kaiserzeit habe Eminescu eine Weile gelebt. Doch die Erfahrung der Großstadt fand keinen Eingang in seine Gedichte. Wir werden nun vom Kritiker an die Ufer mondbeglänzter Seen und zu murmelnden Quellen geführt. Erst wird noch etwas die Nase gerümpft - besonders, wenn die Rede von Sehnsucht und Liebesleid ist. Der Kritiker weiß auch von einer "tiefsitzenden Misogynie" Eminescus zu berichten. Dann kommt die Rede auf das Poem "Der Abendstern", und Osterkamp gerät ins Schwärmen über dessen "kristalline Schönheit". Am Ende ein Dank an die Dieterich?sche Verlagsbuchhandlung, das Werk dieses "bedeutendsten rumänischen Dichters des 19. Jahrhunderts" bekanntzumachen. Die Übertragung der Gedichte durch Ernst-Jürgen Dreyer, die auf einer Interlinearübersetzung von Geraldine Gabor beruht, wird als "eindrucksvoll" besonders hervorgehoben.
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