Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Michele Desbordes

Die Bitte

Erzählung

Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2000
ISBN-10 3803131472
ISBN-13 9783803131478
gebunden, 120 Seiten, 15,24 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer. Michèle Desbordes Erzählung "Die Bitte" wurde in Frankreich nicht nur für den "Prix Goncourt" 2000 nominiert, sondern erhielt kurz danach auch den "Prix France Télevision" und den Prix "Jean Giono". Erzählt wird eine einfache Geschichte. Ein berühmter italienischer Renaissance-Maler und Architekt verläßt am Ende seines Lebens Italien und reist - wie Leonardo da Vinci - zusamen mit einigen Schülern über die Alpen nach Frankreich. Er ist vom König engeladen worden und soll ein Schloß bauen. Am Ziel angekommen, gibt man ihm eine Dienerin, die für die Fremden aus Italien sorgt. Die wortlose, aber um so intensivere Beziehung zwischen dieser einfache, rätselhaften Frau, die den Haushalt führt, und dem Meister, ihrem Herrn, der sich neben seinen Bauplänen mit anatomischen Zeichnungen beschäftigt, steht im Mittelpunkt der Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.2000

Überaus kunstvoll erzählt und dann auch noch angenehm kurz sei diese novellistische Geschichte, befindet der Rezensent Ralf Konersmann. Dass der Name Leonardo da Vincis nie falle, dessen letzte Reise nach Frankreich den Rahmen der Geschichte bildet, sei durchaus konsequent. Es gehe um die geradezu "pantomimisch" erzählte Darstellung "der Figuren in einer Eigenwelt, wo sie geborgen und gefangen sind wie in einem Etui." Gelungen sei die Verbindung der Evokation von Zeitlosigkeit der menschlichen Verhältnisse und der Dynamik, die sich aus der Beziehung Da Vincis zu seiner Dienerin Tassine ergebe. Konersman lobt Desbordes für ihren "Mut zum literarischen Sprachkunstwerk" und empfindet das so knappe wie unangestrengte Erzählen als Labsal in Zeiten, in denen die Mehrzahl der Veröffentlichungen bereits auf ihre mögliche Verfilmung schielt.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2000

Nicht heftig, sondern eher ermattet durch die Lektüre verreißt Martin Krumbholz die in der Zeit der Renaissance angesiedelte Erzählung der Französin Michèle Desbordes. Realistische Details, gut recherchiert, ergeben dennoch nur einen "pittoresken Rahmen", in dem sich laut Krumbholz die namenlos bleibenden Protagonisten ohne Dynamik und ausgeprägtes Profil bewegen. Gerade die karg gebaute Geschichte steht für Krumbholz in sonderbaren Gegensatz zu der Wortflut, die sich über den Leser ergießt und die ihn in der Anhäufung und Aneinanderreihung von Kommata und Personalpronomen schlicht genervt hat. Ein Beispiel beredter "Gelehrsamkeit" der Autorin, einer hauptberuflichen Universitätsbibliothekarin, das die Phantasie des Lesers und Rezensenten mit Missachtung straft.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren