Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Michel Foucault

In Verteidigung der Gesellschaft

Vorlesungen am Collège de France (1975-1976)

Cover: In Verteidigung der Gesellschaft

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1999
ISBN-10 3518410687
ISBN-13 9783518410684
gebunden, 313 Seiten, 24,54 EUR

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Klappentext

Wie weit reicht das Modell des Krieges, um die Erscheinungsformen von Macht zu beschreiben? Foucault geht dieser Frage nach, indem er zwei Grundfiguren der Macht unterscheidet. Die Disziplinarmacht beruht als Gewalt über den Tod auf Techniken der Überwachung und auf Institutionen der Strafverfolgung. Ihr Bereich ist der Körper. Die Biomacht bezieht sich auf die Bevölkerung insgesamt und ihr Lebensrecht. Die historische Ursache für diese Ausdifferenzierung sieht Foucault im Überlebenskampf des Adels zwischen den Fronten des Souveräns und dem im 16. Jahrhundert erstarkenden Bürgertum: Geburtsstunde nicht nur der modernen Geschichtswissenschaft als Legitimationsinstrument des Adels gegenüber dem König, sondern auch des "Staatsrassismus", der sich gegen die eigene Bevölkerung richtet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.11.1999

Eine etwas feierliche, aber leider auch recht akademische Rezension legt Axel Honneth zu diesem Vorlesungsbuch des französischen Philosophen vor. Er schildert ihn als einen Theoretiker der Macht, der sich von Hobbes absetze und in heute fast vergessenen Denkern des 17. bis 19. Jahrhunderts die Archäologie seines eigenen Denkens suche. Honneth bewundert Foucaults "pädagogischen Ton", der jeden überraschen müsse, der Foucault aus seinen "geschriebenen" Büchern als brillanten und schwierigen Stilisten kenne. Am meisten feiert Honneth Foucaults "Aufbegehren gegen eingespielte Deutungen".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.1999

FAZ-Feuilletonchef Ulrich Raulff bekennt, dass er selbst seinerzeit das Glück hatte, Foucault bei seinen Vorlesungen im Collège de France zuzuhören und sich an der dunklen Pracht seiner Metaphern zu berauschen. Er zeichnet kurz nach, wie es zu dieser Edition der Vorlesungen überhaupt kommen konnte, obwohl Foucault nichts Unfertiges nach seinem Tod publiziert wissen wollte: Die andächtigen Schüler stellten seinerzeit Kasettenrekorder auf, schon lange zirkulierten Mitschnitte. Nun kommen Gallimard und Foucaults ausländische Verleger den Raubdrucken mit einer offiziellen Version zuvor. In seiner Rezension schildert Raulff, wie Foucault sich im 17. Jahrhundert auf die Spuren des Ursprungs von modernem Rassismus begibt und wie er den Krieg als ein der Politik stets zugrundeliegendes, keineswegs etwa von ihr ausgeschaltetes Geschehen begreift. Wenn er damals nicht selbst zu den Zuhörern gehört hätte, meint Raulff am Schluss, dann müsste er sich heute beneiden.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren