Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Michel Foucault

Dits et Ecrits. Schriften in vier Bänden

Band 3: 1976-1979

Cover: Dits et Ecrits. Schriften in vier Bänden

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN-10 3518583719
ISBN-13 9783518583715
Gebunden, 1028 Seiten, 85,00 EUR

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Klappentext

Hrsg. von Daniel Defert und Francois Ewald unter Mitarbeit von Jacques Lagrange. Aus dem Französischen von Michael Bischoff, Hans-Dieter Gondek, Hermann Kocyba und Jürgen Schröder. Der dritte Band der großangelegten Edition der "Dits et Ecrits", die sämtliche zu Lebzeiten Foucaults publizierten Aufsätze, Interviews und kleineren Beiträge enthält, bietet eine Vielzahl von Texten, die um die wirkmächtigen Konzepte der Biopolitik und der Gouvernementalität kreisen. Kern dieser theoretischen Neuerkundung ist Foucaults Theorie der Macht, die die bis dahin vorherrschenden Modelle scharf kritisiert und zu polemischen Diskussionen Anlass gab. Der erste Band der Geschichte der Sexualität, dessen Erscheinen in diesen Zeitraum fällt, entwickelt dieses neue Konzept der Macht. Foucaults Auseinandersetzung mit der Frage der Sexualität kommt in den zahlreichen Interviews, Aufsätzen und Artikeln, die in dieser Zeit entstanden sind, in überaus plastischer Weise zum Ausdruck. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf seinem kontrovers diskutierten politischen Engagement für das neue religiöse Regime im Iran, eine politische Stellungnahme, die heute eine ungeahnte Aktualität angenommen hat.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.02.2004

Faszinierend findet Robert Misik diesen dritten Band der auf vier Bände angelegten Ausgabe der Reden und Schriften Michel Foucaults, in dem die Frage der Macht ins Zentrum des Interesses rückt. Wem die großen Studien Foucaults zu hermetisch sind, der wird nach Einschätzung Misiks an diesem Band seine Freude haben, kann man ihn doch als Einführung in Foucaults Denken lesen. Schließlich kommt Foucault in den Gesprächen und Vorträgen immer wieder auf seine Themen zurück, was das Verständnis erleichtert. Besonders gefallen hat Misik, dass man Foucult hier gleichsam beim Denken zusehen und seine Begriffe im Moment ihrer Entstehung beobachten kann - Begriffe, die sich heute in jedem Diskurs, vor allem in den sozialwissenschaftlichen Diskursen, finden: etwa Biomacht, Disziplinen, Selbsttechnologien und eben Diskurs. Misik versteht sie als "Schlüsselbegriffe" der "Ich-AG-Ära", die Foucault analytisch vorweggenommen habe. So habe das von Foucault beschriebene Einwandern der Macht in die Subjekte, die Technologien der Selbsterfindung wie auch der Selbstdressur erst etabliert, ohne die das reibungslose Funktionieren des flexiblen Menschen am Markt nicht möglich wäre. Vor allem die Gedanken des Philosophen über den Neoliberalismus findet Misik hochaktuell. Neben seinen philosophischen Gehalten bietet der Band die Möglichkeit, Foucault als engagierten, streitbaren Intellektuellen kennen zu lernen, der sich für Strafgefangene einsetzt und sich für die iranische Revolution interessiert.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.01.2004

Der dritte Teil der "Nebenschriften" Michel Foucaults zeigt den Denker als, so der Rezensent Bernhard Dotzler, "politischen Aktivisten". Eröffnet wird der Band mit einem kurzen Text, der einer Studie zu einem Justizskandal das Geleit gibt. Daneben finden sich politisierte Neu-Einschätzungen seiner Werke "Wahnsinn und Gesellschaft" und "Archäologie des Wissens" und die Reportagen, die Foucault im Auftrag des "Corriere de la Sera" aus dem Iran schrieb. Den Aufstand der islamischen Fundamentalisten begrüßt er, der "Intensität" wegen, die darin ihren Ausdruck findet. Zugleich formuliert er seine Abkehr von Autoren der literarischen Moderne (von Blanchot oder Bataille). An ihre Stelle treten Texte von Eugene Sue oder die Erinnerungen des Hermaphroditen Herculine Barbin. Bernhard Dotzler zitiert viel in seiner Rezension, am Klassikerstatus Foucaults ist ja längst kein Zweifel mehr. Eines allerdings wünscht er sich von den Herausgebern der "Dits-et-Ecrits"-Bände: sie möchten doch auch die deutschen Ersterscheinungsdaten der Texte liefern.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren