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Aus dem Archiv
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Klappentext
Einige Jahrzehnte lang gehörte das Erdölland Venezuela zu den "stabilen Demokratien" in Lateinamerika. Zwischen 1950 und 1980 war es dank Petrodollars das reichste Land des Subkontinents. Venezuela ist aber zugleich ein Beispiel dafür, wie traditionelle Oligarchien "Demokratie" gestalten und ein Land zugrunde wirtschaften können. 1983 kam der Staatsbankrott und in der Folge davon der Aufstieg der derzeit wohl schillerndsten politischen Figur Lateinamerikas, Hugo Chavez. Dem Linkspopulisten Chavez ist schon oft der baldige politische Tod vorausgesagt bzw. herbeigewünscht worden. Doch tatsächlich ist er dabei, das Land umzugestalten: Er hat dem Land einen neuen Namen, eine neue Verfassung, neues politisches Personal und eine ganze Reihe moderner Sozial- und Armutsprogramme verschafft. Aber das Land ist stark polarisiert. Das ist das Ambiente großer historischer Wandlungsprozesse, und diese verlangen nach historischen Erklärungen. Michael Zeuske zeichnet die Geschichte Venezuelas von der Abspaltung des Landes vom "Groß-Kolumbien" Simon Bolivars im 19. Jahrhundert über die Industrialisierung, den Erdölboom im 20. Jahrhundert bis zu Chavez' "Bolivarianischer Republik", mit der das 21. Jahrhundert begonnen hat.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.02.2009
Michael Zeuskes Geschichte Venzuelas hat Rezensentin Frauke Böger weitestgehend überzeugt. Sie bescheinigt dem Autor, die 500-jähirge, oft unübersichtliche, an Aufständen, Revolten und wechselnden Präsidentschaften reiche Geschichte dieses südamerikanischen Landes eingehend darzustellen und dabei immer den Überblick zu behalten. Besonders hebt sie Zeuskes überaus differenziertes und in den historischen Kontext eingeordnetes Bild des umstrittenen Präsidenten Hugo Chavez hervor. Etwas bedauerlich ist in Bögers Augen, dass der Autor die "Pfade der traditionellen Nationalgeschichtsschreibung" zu selten verlässt. Nichtsdestoweniger schätzt sie insbesondere die Darstellung der 200 Jahre, in denen Venezuela mit den Projekten Nation, Moderne und Demokratie kämpfte, als unentbehrlich für jeden, "der Chavez verstehen und beurteilen will".
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