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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.07.2000
In einer Doppelrezension bespricht Jörg Drews zwei Bücher zum kürzlich verstorbenen Ernst Jandl: "A komma punkt ernst jandl", von Klaus Siblewski und "Stehn jandl groß hinten drauf", hrsg. von Michael Vogt.
1) Klaus Siblewski: "A komma punkt..." (Luchterhand)
Zu Beginn seiner Besprechung lobt Drews den verlegerischen Wagemut von Klaus Wagenbach, 1966 auf einer Quartplatte (inzwischen auf CD) Jandl seine Gedichte sprechen zu lassen. Erst damit begann der eigentliche Erfolg des österreichischen Dichters, schreibt Drews, und wer ihn nicht nur des Klamauks wegen anhörte, konnte den "konstruktiven Ernst" wahrnehmen, mit dem er dichtete. Die vorgelegte Bildbiografie - ursprünglich gedacht als Geburtstagsgabe zum 75., der am 1.August zu feiern gewesen wäre - zeichnet ein Leben nach, das im "katholischen Wiener Kleinbürgertum" begann und über internationale Erfolge schließlich auch zum Österreichischen Staatspreis führte. Ein Interview mit dem Dichter ist den Bildern beigegeben, in dem Jandl, so Drews, "eine wunderbar schroffe Mischung" von Abwehr und "etwas von sich verraten" bietet.
2) Michael Vogt (Hrsg.): "Stehn jandl groß hinten drauf" (Aisthesis)
Recht spät, meint der Rezensent, erscheinen jetzt auch ausführlichere Arbeiten zu Jandl, der mit seinen politischen Gedichten, die oft vulgär-zynisch oder folkloristisch daherkamen, zu den schwierigeren Dichtern der Gegenwart zählt. Die hier gesammelten elf Aufsätze sind nicht nur seinen Gedichten sondern auch den Dramen und Prosatexten gewidmet und beweisen, so Drews, dass bei Ernst Jandl alles "bis in die letzte Silbe hinein genau und verantwortet" ist. Sie bezeugen, wie sehr das "ausgeleierte Adjektiv `experimentell`" für den Wiener Dichter bedeutete, immer wieder "spezifische Formen" zu finden. Wer die vorliegenden Beiträge geschrieben hat und ob sie vorher schon irgendwo zu lesen waren, erfährt der Leser leider nicht.
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