Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Michael Stephens

Brooklyns Totenbuch

Roman

Cover: Brooklyns Totenbuch

Achilla Presse, Hamburg 2002
ISBN-10 392839875X
ISBN-13 9783928398756
Gebunden, 282 Seiten, 24,54 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Gunter Blank. Mit Reproduktionen dreifarbiger Holzschnitte von Heike Küster. Wir treffen auf eine kaputte, irische-amerikanische Familie: die Cooles aus Brooklyn. In der Nacht, in der Crazy Jack, Familienoberhaupt der Cooles stirbt, versammeln sich die Kinder um den Sarg, um ihren Vater zu betrauern, der allerdings seine Nachkommenschaft weniger erzogen, als terrorisiert und gequält hat...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002

Stephan Maus ist ziemlich beeindruckt von dieser "Familienchronik". Jack Coole hat alle seine Kinder in seinem Testament zur "traditionellen irischen Totenwache" nach Brooklyn bestellt, wobei es ihrer so viele sind, dass sich selbst der Autor mitunter verzählt, so der Rezensent zusammenfassend. Er findet es "faszinierend", wie sich in den Erzählungen der einzelnen Nachkommen die Familiengeschichte der irischen Einwanderer entfaltet, wobei der einzige dramaturgische Kunstgriff des amerikanischen Autors darin besteht, die Trauergäste nacheinander "eintrudeln" zu lassen, meint Maus beeindruckt. Er ist begeistert von dem "sehr vitalen Humor" und den überaus "lebendigen" Charakterzeichnungen der Familienmitglieder. So "salonfähig" wie McCourts "Asche meiner Mutter" ist dieser "süffige" Roman nicht, warnt der Rezensent, und bei dem Drogenkonsum, den die Protagonisten praktizieren, müsste das Buch dann auch eher "Die Flasche meines Vaters" heißen, kalauert er. Doch in den "schönsten Passagen" findet er "wütend vibrierende, weit schwingende Satzperioden", die von der Ganovenwelt erzählen, "als wären es große Epen". Ein nachdrückliches Lob sind dem Rezensenten noch die "sehr schönen Holzschnitte" wert, mit denen dieses Buch illustriert ist und er findet, der Verlag habe für sein Bemühen um die "Buchkunst" eine Auszeichnung verdient.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.11.2002

Tobias Rapp ist fasziniert von diesem Buch. Erzählt wird die Geschichte einer Familie aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn/East New York. 16 Brüder, allesamt gescheiterte Existenzen, treffen sich zur Beerdigung ihres Vaters, der sie jahrelang misshandelt hat. Wobei nicht nur die Beziehung zum Vater, sondern auch die der Brüder untereinander von Hass geprägt sind, so Rapp. Doch vor allem geht es darum, dass man das Ghetto zwar verlassen kann, das Ghetto jedoch die, die darin aufgewachsen sind, nie verlässt. Und auch die Familie ist - anders als etwa in Jonathan Franzens "Korrekturen" - für Autor Michael Stephens kein Ort, an den man zurückkehren möchte, schreibt unser Rezensent. Man komme diesen Männern sehr nahe, erklärt Rapp. Die Schwäche des Buch sei allerdings, dass zu viele Personen darin vorkommen, zu viele Geschichten nur angedeutet würden.

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