Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Michael Larsen

Im Zeichen der Schlange

Roman

Cover: Im Zeichen der Schlange

Carl Hanser Verlag, München 2000
ISBN-10 3446199136
ISBN-13 9783446199132
Gebunden, 374 Seiten, 21,47 EUR

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Klappentext

Aus dem Dänischen von Ingrid Glienke. Ein junges Mädchen wird mit Bissspuren an der Hand ins Krankenhaus von Sydney gebracht. Annika Niebuhr, die behandelnde Ärztin, steht vor einem Rätsel. Wie konnte das Mädchen von einer Schlange gebissen werden, die in dieser Gegend gar nicht existiert? Annika, jung, allein stehend, intelligent, selbstbewusst und noch im Augenblick höchster Gefahr voll konzentriert, geht der Sache nach.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.11.2000

Seit dem ebenfalls dänischen Fräulein Smilla hat der Kriminalroman keine solche Heldin mehr erlebt, findet der Rezensent Martin Ebel, wie Annika Niebuhr, die in Quantenmechanik und Tritt- wie Schusstechniken exzellierende Krankenhausärztin. Entsprechend gibt`s im Roman "Action nach Belieben", "wissenschaftliche Exkurse" allerdings wohl im darüber hinausgehenden Maß als Dreingabe. Wenngleich Ebel das Buch insgesamt lobt, "Toxeinproteine" und die quantenphysikalische Theorie der Aufklärung im Kriminalroman zu goutieren weiß, manchmal wird es ihm doch zuviel. Gerade die Vergleiche, moniert er, leiden oft etwas unter ihrer naturwissenschaftlichen Elaboriertheit. Dennoch, wie gesagt, im großen und ganzen eine Empfehlung.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.10.2000

Thomas Köster zeigt sich erst wenig überzeugt von diesem dänischen Thriller, der ihm zeitweilig zu sehr "zwischen Sachbuch und Krimi mäandert". Im Mittelpunkt der recht schaurig apokalyptisch anmutenden Geschichte steht eine australische Schlangenkundlerin, die einen mysteriösen Biss aufzuklären versucht; es folgen Mordanschläge, Geheimdienstverwicklungen, nichts vom üblichen Krimiinventar fehlt, klärt uns Köster auf. Obendrauf setzt der Autor noch einen alles Leben bedrohenden Kometeneinschlag - da wird es Köster etwas zu bunt. Offensichtlich hat aber der Autor eine so irdische und selbstverständlich "giftige" Pointe zur Auflösung seiner Kriminalgeschichte gefunden, dass der Rezensent das Buch am Ende befriedigt zur Seite gelegt hat. "Nicht die Welt, sondern unser Wissen von ihr" werde durch dieses Buch auf spannende Weise erschüttert, schreibt Köster besänftigt. Der Kometeneinschlag hat nicht stattgefunden.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.10.2000

Durchaus beeindruckt berichtet Christine Holliger über die Ambition dieses Romans, der sich traut, die Grenzen eines Thrillers mit Fragen nach den "letzten... Zusammenhängen des Seins" zu sprengen. Atmosphärisch dicht schildert die Rezensentin die australischen Eingangsszenen des Romans, die Untersuchungen einer Schlangenforscherin in diesem Kontinent, der mehr Giftschlangen aufzuweisen hat als jede andere Gegend dieser Welt. Nach Holliger kommt die Protagonistin Morden auf die Schliche aber auch rational unerklärlichen Phänomenen von Telepathie und Hellsichtigkeit. Was die Rezensentin allerdings stört, sind die vom Autor immer wieder eingestreuten "Sachtexte", die nicht nur von Giftschlangen, sondern auch von Goethes Farbenlehre oder gar Russells "Prinzipia Mathematica" handeln. Es ist der Rezensentin zu viel. Ein guter Lektor, so meint sie, hätte hier einiges streichen und dem Thriller damit seinen Rhythmus zurückgeben können.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren