Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
"Am Abend, bevor wir losfuhren, saßen die Mama und ich in der Küche, sie an ihrem Fensterplatz, ich unter dem Arzneikasten, wo inzwischen die Küchentücher verstaut sind." In einem Moment, wo sich das Leben für immer von der Vergangenheit löst, begegenen wir Michael Köhlmeiers sensiblem und merkwürdig vertrautem Helden Alois Fink, genannt Wise. Wise ist zurück in seiner Heimat, zurück am Bodensee bei den Eltern, die noch immer in dem kleinen Wochenendhäuschen wohnen, das seine Mutter seit ihrem schrecklichen Unglück nur selten verlassen hat. Von dort brechen Mutter und Sohn noch einmal auf zu einer ungewöhnlichen Reise...Michael Köhlmeier schreibt über Wise Fink, und was er erzählt, ist seine eigenen Familiengeschichte, deren verborgenen Wahrheit er nach und nach zu begreifen beginnt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.11.2001
Michael Köhlmeiers Familiengeschichte "Geh mit mir" bietet nichts Außergewöhnliches und kann den Leser dennoch faszinieren, meint Rezensent Rüdiger Wartusch. Was ihn hier fesselt, ist die Ereignislosigkeit, das Alltägliche einer Familie, die sich von der Normalität abzugrenzen trachtet und sich gleichzeitig in einer eigens konstruierten Gleichförmigkeit stabilisiert. Teils nüchtern, teils naiv, fast durchgängig teilnahmslos porträtiere der Autor in einer "braven Sprache" das Leben von Wise, dessen Vater, ein "Schnarchspießer im 68er-Gewand", seiner Schwester Johanna, seiner Mutter und seiner Freundin Franka, die allesamt in einem kleinen Städtchen am Bodensee leben. Den Rezensenten jedenfalls hat die Ereignislosigkeit, in der Köhlmeier seine Romanfiguren leben lässt, doch gebannt. Das liegt nicht zuletzt an den "Widerhaken", die Köhlmeier in die Platitüden eingebaut habe.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.01.2001
In kurzen Sätzen und mit einfachen Erzähltechniken schildert Michael Köhlmeier eine traurige Familiengeschichte, berichtet der Rezensent Günther Stocker. Klage und Anklage, wie meist in der Literatur über den Generationenkonflikt, spielten in diesem Roman kaum eine Rolle. Der Konflikt des Protagonisten mit seinen Eltern sei vielmehr von einer durchgängigen Melancholie gekennzeichnet. Oberfläche und unausgelotete psychologische Abgründe lasse der Autor beiseite. Das ist erzählerisches Programm, vermutet der Rezensent und lobt die Konsequenz dieser Haltung - quasi als treffendes Indiz für die emotionalen Probleme in der heutigen Zeit. Trotzdem hätte er sich mehr Kompromisslosigkeit gewünscht - wie in der Rockmusik, die auch in dem neuen Roman von Köhlmeier reichlich zur Charakterisierung der Stimmungen seiner Figuren zitiert werde.
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