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Aus dem Archiv
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Klappentext
Der Ich-Erzähler steht vor einem Rätsel: Rosa, in die er sich verliebt hat, stellt ihn als Verwalter im Haus ihres Vaters ein, eines vormals in der DDR mächtigen Mannes. Ein Großteil des Gebäudes bleibt ihm jedoch verschlossen. Ein Plädoyer für die Liebe und das Untergründige des Lebens.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.09.2002
Susanne Balthasar ist fasziniert. So sehr, dass sie dem Erzähler furchtlos durch vielen Räume, Winkel und Verstecke von Rosas Haus gefolgt ist, das sie an Manderley ("Rebecca")oder auch das Haus von Norman Bates Mutter ("Psycho") erinnert. Rosa, Tochter eines DDR-Bonzen, hat den Ich-Erzähler als Hausmeister zu sich gelockt, damit sie wenigstens einem Menschen die Geschichte des Hauses erzählen kann. Sie lockt den Erzähler "weit zurück in eine Zeit als sie noch nicht geboren war, ihr Vater sich eine Rose auf den Arm tätowieren ließ und die Nazis an der Macht waren", schreibt Balthasar. Von dort führt die Geschichte in die DDR und das Nachwendedeutschland. Wenn Rosa nicht erzählt, sitzt sie vor dem Aquarium und studiert die Bewegungen der Fische, "mit deren Hilfe sie die Kurven des Dax für ihre finanziellen Transaktionen voraussagen kann", so die Rezensentin. Wie Michael G. Fritz diese Geschichte erzählt, hat sie einfach hingerissen: "Feinnervig nimmt er Stimmungen und Veränderungen wahr, setzt sie bildlich um und lässt sie im feinen Rhythmus seiner Sprache bedrohlich klingen." Fritz beschreibe eine "steinerne Welt, deren Inneres kompliziert und detailliert wie das Überwachungssystem der DDR" ist. Und doch hat diese Atmosphäre, die mit spärlichen, nüchternen Worten hergestellt wird, für Balthasar etwas Erotisches.
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