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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem mosambikanischen Portugiesisch von Karin von Schweder-Schreiner.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.2000
Hierzulande verbindet man mit Mocambique die Flutkatastrophe und einen Präsidenten, der für den demokratischen Aufbau steht. Mia Coutos Roman fragt eindringlich nach der Geschichte in diesem Prozess, so Rezensent Alexander Kissler in seiner nacherzählenden Besprechung, geht aber "allegorisch" über sein Land hinaus: Die Bewohner eines abgeschiedenen Altersheims reden und erzählen und lügen und singen gegen den Tod an, während das Land frohgemut in Hoffnung auf Modernität seine Tradition abschafft. Ein Kriminalinspektor kommt ihnen auch nicht auf die Schliche: Jeder will den Leiter des Heims aus der Zeit der Diktatur umgebracht haben und jeder hat seine guten Gründe dafür. Nach Ansicht des Rezensenten verweist dieser "durchweg fesselnde" Roman auf die Konflikte, die in der Vergangenheit Mocambiques begründet liegen: die Wunden, die durch die Kolonialisierung und anschließende Beherrschung durch die Kommunisten geschlagen wurden, können seiner Ansicht nach erst heilen, wenn sich Mocambique entscheidet, wie es mit dieser Vergangenheit umgehen will.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.05.2000
Ein erfreuliches Erbe der europäischen Kolonialgeschichte sei die Anzahl afrikanischer Schriftsteller weißer Hautfarbe wie Brink, Coetzee, Gordimer oder - etwas unbekannter - Mia Couto, die der Geschichte ihres Landes auf die Spur zu kommen suchen, meint Peter Kultzen in seiner Besprechung des Romans von Couto. Der Mozambikaner Couto, Jahrgang 1955, ist einer der wenigen Weißen, die während des Bürgerkriegs im Land geblieben sind. Sein Roman über einen "xipoco", eine untote Seele, die sich, um nicht postum zu einem Nationalhelden erklärt zu werden, in einem Kriminalkommissar reinkarniert, wirkt auf den Rezensenten sowohl hochpoetisch wie völlig ironisch. Das Besondere, hebt Kultzen hervor, sei jedoch die "kunstvolle Amalgamierung veschiedener Sprachen" und Kulturen, die man im Deutschen ansonsten vermisse. Die hervorragende Übersetzung von Karin von Schweder-Schreiner sei deshalb für das Deutsche geradezu "eine kleine Verjüngungskur".
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