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Maximilien Robespierre
Über die Prinzipien der politischen Moral
Rede am 5. Februar 1794 vor dem Konvent
Klappentext
Aus dem Französischen von Kurt Schnelle. Mit einem Essay von Uwe Schultz. Als Robespierre am 5. Februar 1794 die Rednertribüne des Konvents besteigt, um vor den Volksvertretern die "Prinzipien der politischen Moral, die den Nationalkonvent bei der inneren Verwaltung der Republik leiten sollen" zu entwickeln, ist die Revolution bereits in ihr letztes, radikales, blutiges Stadium eingetreten. Nur noch ein halbes Jahr Leben liegt vor Robespierre, als er mit letzter Reinheit und Rücksichtslosigkeit seine Vision des republikanischen Staates entwirft. Ihn zu errichten, wird seine Kraft nicht mehr ausreichen, nur noch dazu, dessen Gegner und seine zu tödlichen Feinden gewordenen Mitstreiter vors Revolutionstribunal zu bringen, an ihrer Spitze Georges-Jacques Danton. Die Rede vom 5. Februar ist zu Recht und in mehrfacher Hinsicht als das politische Testament Robespierres bezeichnet worden. Hier ist der Begriff des "Terrors" vollkommen entfaltet und ins politische Programm eingepaßt - als eine Vorform des modernen Totalitarismus.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.04.2001
Weil es für die Jakobiner ungemütlich im französischen Konvent geworden war, unternahm Maximilien Robespierre in zwei Reden am 25.12.1793 und am 5.2.1794 den Versuch zu retten, was zu retten war und die Herrschaft der Jakobiner zu legitimieren, informiert Rudolf Walther. Die Rede vom 5.2., die nun in einer "gediegenen" Aufmachung vorliegt, lässt tief blicken, meint Walther und erklärt: Sie wurde zur theoretischen Grundlage und Rechtfertigung der Revolutionsregierung und erlaubt bezeichnende Einblicke in die Erklärungsnot Robespierres für sein Terrorregime. Terror ist denn auch ein Schlüsselbegriff in Robespierres Ausführungen, schreibt der Rezensent. Terror wurde hier erstmalig nicht als Instrument randständischer Gruppierungen bezeichnet, sondern als Regierungsdoktrin und -maxime. Terror erschien Robespierre als notwendige Maßnahme, die Feinde des Volkes zu eliminieren. Überhaupt baute er diese Rede streng dichotomisch in schwarz und weiß, Freunde und Feinde auf. Walther meint, dass in dieser Rede viel von dem steckt, was im 20. Jahrhundert mit grausamer Konsequenz umgesetzt wurde.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.09.2000
Als "Dokument verbalen Tugendwahns" und als ein "Manifest moralischen Fanatismus" bezeichnet der Rezensent mit dem Kürzel "upj." dieses Bändchen. Es handelt sich dabei um die Rede, die Robespierre im Februar 1794 vor dem Nationalkonvent hielt, ein knappes halbes Jahr vor seinem Tod. In einer Mischung aus Bewunderung und Abstoßung beschreibt der Rezensent das "schneidende Pathos" Robespierres, mit dem dieser für "Reinheit und Rücksichtslosigkeit" eintrat. Noch heute lösten die Worte einen "düsteren Echoraum" im Kopf aus, berichtet "upj." schaudernd.
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