Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Maximilien Robespierre

Über die Prinzipien der politischen Moral

Rede am 5. Februar 1794 vor dem Konvent

Cover: Über die Prinzipien der politischen Moral

Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2000
ISBN-10 3434501290
ISBN-13 9783434501299
Gebunden, 85 Seiten, 13,29 EUR

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Klappentext

Aus dem Französischen von Kurt Schnelle. Mit einem Essay von Uwe Schultz. Als Robespierre am 5. Februar 1794 die Rednertribüne des Konvents besteigt, um vor den Volksvertretern die "Prinzipien der politischen Moral, die den Nationalkonvent bei der inneren Verwaltung der Republik leiten sollen" zu entwickeln, ist die Revolution bereits in ihr letztes, radikales, blutiges Stadium eingetreten. Nur noch ein halbes Jahr Leben liegt vor Robespierre, als er mit letzter Reinheit und Rücksichtslosigkeit seine Vision des republikanischen Staates entwirft. Ihn zu errichten, wird seine Kraft nicht mehr ausreichen, nur noch dazu, dessen Gegner und seine zu tödlichen Feinden gewordenen Mitstreiter vors Revolutionstribunal zu bringen, an ihrer Spitze Georges-Jacques Danton. Die Rede vom 5. Februar ist zu Recht und in mehrfacher Hinsicht als das politische Testament Robespierres bezeichnet worden. Hier ist der Begriff des "Terrors" vollkommen entfaltet und ins politische Programm eingepaßt - als eine Vorform des modernen Totalitarismus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.04.2001

Weil es für die Jakobiner ungemütlich im französischen Konvent geworden war, unternahm Maximilien Robespierre in zwei Reden am 25.12.1793 und am 5.2.1794 den Versuch zu retten, was zu retten war und die Herrschaft der Jakobiner zu legitimieren, informiert Rudolf Walther. Die Rede vom 5.2., die nun in einer "gediegenen" Aufmachung vorliegt, lässt tief blicken, meint Walther und erklärt: Sie wurde zur theoretischen Grundlage und Rechtfertigung der Revolutionsregierung und erlaubt bezeichnende Einblicke in die Erklärungsnot Robespierres für sein Terrorregime. Terror ist denn auch ein Schlüsselbegriff in Robespierres Ausführungen, schreibt der Rezensent. Terror wurde hier erstmalig nicht als Instrument randständischer Gruppierungen bezeichnet, sondern als Regierungsdoktrin und -maxime. Terror erschien Robespierre als notwendige Maßnahme, die Feinde des Volkes zu eliminieren. Überhaupt baute er diese Rede streng dichotomisch in schwarz und weiß, Freunde und Feinde auf. Walther meint, dass in dieser Rede viel von dem steckt, was im 20. Jahrhundert mit grausamer Konsequenz umgesetzt wurde.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.09.2000

Als "Dokument verbalen Tugendwahns" und als ein "Manifest moralischen Fanatismus" bezeichnet der Rezensent mit dem Kürzel "upj." dieses Bändchen. Es handelt sich dabei um die Rede, die Robespierre im Februar 1794 vor dem Nationalkonvent hielt, ein knappes halbes Jahr vor seinem Tod. In einer Mischung aus Bewunderung und Abstoßung beschreibt der Rezensent das "schneidende Pathos" Robespierres, mit dem dieser für "Reinheit und Rücksichtslosigkeit" eintrat. Noch heute lösten die Worte einen "düsteren Echoraum" im Kopf aus, berichtet "upj." schaudernd.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

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12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren