Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Mit seiner Zeitschrift "Der Arzt" setzte Johann August Unzer dem Aufklärungsjournalismus in Deutschland ein Glanzlicht auf. Der Erfolg der Wochenschrift war ohne Beispiel. Ein weitgehend Unbekannter, der in Altona praktizierende Mediziner und Journalautor Johann August Unzer (1727-1799) alias "Der Arzt" wurde über Nacht zu dem Arzt seiner Zeit. Er war in Deutschland, später auch in einigen Teilen Europas die wohl am häufigsten konsultierte Autorität in Gesundheitsfragen. Zugleich hielten ihn viele Zeitgenossen für einen der bedeutendsten Satiriker deutscher Sprache.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.11.2000
Auf vergnügliche Weise gebildet hat sich Hildegard Elisabeth Keller mit diesem "Präparat" aus dem "Keller der Aufklärungsforschung". Der Autor, "transdisziplinär interessierter Anatom", wie Keller schreibt, seziert sein Objekt literatur-, medizin- und kulturgeschichtlich und fügt noch eine passable Bibliografie hinzu. Dem Leser beschert das nicht nur wissenschaftshistorische Kenntnisse über das 18. Jahrhundert, sondern ebenso das Bild des Arztes Johann August Unzer und seines Periodikums als satirisch-zeitkritisches Gespann. Anlass genug für eine "differenzierte Revision" von Forschungsergebnissen zur "philosophisch imprägnierten Medizin ab der Jahrhundertmitte", findet Keller.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2000
Die Wochenzeitschrift "Der Arzt" war "eine der ersten aufklärerischen Publikationen zu medizinischen Themen", schreibt Gangolf Seitz, und in diesem Sinne bespricht er die vorliegende Dissertation von Matthias Reiber, die ihm ausnehmend gut gefallen hat. Nicht nur inhaltlich hat sich der Autor intensiv und unter Verwendung vieler Zitate mit Zeitschrift und Herausgeber Johann August Unzer beschäftigt, sondern sich auch sprachlich bemüht, seinem Vorbild Unzer gerecht zu werden, was heißt, verständlich und elegant zu schreiben. Die Einbettung Unzers in seine Zeit, nämlich die des "politisch erstarkenden und bildungsbeflissenen Bürgertums", entnimmt der Rezensent am Anfang seiner Besprechung dem Buch: aus dem pietistisch geprägten Halle geht Unzer 1749 ins damals dänische Altona bei Hamburg. Zehn Jahre später beginnt er mit der Herausgabe der Zeitschrift "Der Arzt". Schnell wurden der Mann und seine Zeitschrift berühmt: mit seiner Mischung aus Aufklärung und Unterhaltung fand er nicht nur beim breiten Publikum Anklang, sondern wurde bald auch von Goethe und Jean Paul gelobt. Entschiedene Kritiker gab es allerdings auch, vor allem den Altonaer Arzt Johann Friedrich Struensee. Und der Rezensent bemerkt, wie sich Reiber mit "Schärfe" auf die Auseinandersetzung der beiden Kontrahenten bezieht. Zum Schluß gibt Seitz seiner Hoffnung Ausdruck, ein Verleger möge aufgrund dieser Arbeit von Reiber einen Nachdruck der Zeitschrift erwägen.
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