Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell. In einem Krisengebiet am Horn von Afrika werden sechs junge amerikanische Soldaten in einer belagerten Wüstenstadt zurückgelassen. Nach der versehentlichen Tötung eines einheimischen Kindes gerät die Mission zu einem Kampf ums Überleben, der folgende Rückzug durch die labyrinthische Stadt und entlang der Küste führt die Soldaten in ein logistisches und moralisches Chaos. Schon bald ist nicht mehr klar, wer Freund und wer Feind ist. "Das entfernte Ufer" ist ein spannendes und authentisches Buch. Matthew Eck erzählt von einem Krieg ohne Helden, in dem selbst die besten Absichten schlimme Folgen haben.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.03.2009
Carsten Hueck hat Matthew Ecks Debütroman "Das entfernte Ufer" sehr positiv aufgenommen. Wie er berichtet, verarbeitet der Autor darin seine Kriegserlebnisse als achtzehnjähriger US-Soldat Anfang der 1990er Jahre in Somalia. Die Schilderung des traumatischen Einsatzes der US-Truppen findet er höchst eindringlich. Er attestiert dem Autor, den "existentiellen Druck", dem die jungen Soldaten ausgesetzt sind, sprachlich überzeugend zu transportieren und dem Leser den Schrecken des Kriegs, seine brutale Gewalt, die Wucht der Ereignisse nah zu bringen. Eck zeichnet in seinen Augen das "Gegenteil eines 'smarten Krieges'". Hier sei nichts cool, nichts gehe glatt. Dass dabei manchmal die Wahrscheinlichkeit leidet, stört Hueck nicht, schließlich geht es dem Autor eher um die "reizintensive Verdichtung einer existenziellen Situation".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.11.2008
Rezensentin Andrea Hünninger ist sehr beeindruckt vom Bericht des US-Soldaten Matthew Eck, der sich mit 19 Jahren zur Armee meldete und nicht damit rechnete, in einen Krieg ziehen zu müssen. Dann landete er in Somalia. Ihrer Meinung nach ist es "ein dringendes, eiliges, in einem lakonischen und ungekünstelten Ton geschriebenes Buch". Hünninger, die ihre Besprechung mit einem Porträt Ecks verbindet, stellt fest, dass er ganz genauso schreibt, wie er spricht. "Wütend? ist der Autor nach Einschätzung der Rezensentin nach nicht, auch wenn er sich offensichtlich an etwas abarbeitet und Dinge gerade rücken will. Das Ergebnis ist "Hilflosigkeit?, die aus den Zeilen des knappen Buches spricht.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.11.2008
Christoph Haas hat sich von diesem Debütroman in den Bann ziehen lassen, der seiner Ansicht nach für das Genre des Kriegsromans "neue Maßstäbe" setzt. Wiewohl unverkennbar in Mogadischu angesiedelt, kann der Schauplatz des Geschehens als exemplarisch für den modernen Krieg gelten und genauso im Irak oder Afghanistan von heute spielen, meint der Rezensent. Sechs amerikanische Soldaten sichern auf einem Hochhausdach einen Hubschraubereinsatz ab, erschießen dabei versehentlich zwei Kinder und flüchten aus Angst vor Vergeltung durch die nächtliche fremde Stadt, erklärt Haas. Ihm imponiert, dass Eck, der übrigens als junger Soldat in Haiti und Afrika war, wie der Rezensent informiert, nicht in "Anti-Kriegspathos" verfällt und dennoch eindrücklich die Schrecken des Krieges aufzuzeigen vermag. Dass er dabei das fremde Land nicht ausschließlich als Bedrohung zeichnet und zudem auch spannend die laut Haas für Männer "nun mal" abenteuerliche Seite des Krieges evoziert, findet der begeisterte Rezensent zusätzlich beeindruckend.
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