Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Matthew Eck

Das entfernte Ufer

Roman

Cover: Das entfernte Ufer

Tropen Verlag, Stuttgart 2008
ISBN-10 3608501010
ISBN-13 9783608501018
Gebunden, 189 Seiten, 18,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell. In einem Krisengebiet am Horn von Afrika werden sechs junge amerikanische Soldaten in einer belagerten Wüstenstadt zurückgelassen. Nach der versehentlichen Tötung eines einheimischen Kindes gerät die Mission zu einem Kampf ums Überleben, der folgende Rückzug durch die labyrinthische Stadt und entlang der Küste führt die Soldaten in ein logistisches und moralisches Chaos. Schon bald ist nicht mehr klar, wer Freund und wer Feind ist. "Das entfernte Ufer" ist ein spannendes und authentisches Buch. Matthew Eck erzählt von einem Krieg ohne Helden, in dem selbst die besten Absichten schlimme Folgen haben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.03.2009

Carsten Hueck hat Matthew Ecks Debütroman "Das entfernte Ufer" sehr positiv aufgenommen. Wie er berichtet, verarbeitet der Autor darin seine Kriegserlebnisse als achtzehnjähriger US-Soldat Anfang der 1990er Jahre in Somalia. Die Schilderung des traumatischen Einsatzes der US-Truppen findet er höchst eindringlich. Er attestiert dem Autor, den "existentiellen Druck", dem die jungen Soldaten ausgesetzt sind, sprachlich überzeugend zu transportieren und dem Leser den Schrecken des Kriegs, seine brutale Gewalt, die Wucht der Ereignisse nah zu bringen. Eck zeichnet in seinen Augen das "Gegenteil eines 'smarten Krieges'". Hier sei nichts cool, nichts gehe glatt. Dass dabei manchmal die Wahrscheinlichkeit leidet, stört Hueck nicht, schließlich geht es dem Autor eher um die "reizintensive Verdichtung einer existenziellen Situation".

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.11.2008

Rezensentin Andrea Hünninger ist sehr beeindruckt vom Bericht des US-Soldaten Matthew Eck, der sich mit 19 Jahren zur Armee meldete und nicht damit rechnete, in einen Krieg ziehen zu müssen. Dann landete er in Somalia. Ihrer Meinung nach ist es "ein dringendes, eiliges, in einem lakonischen und ungekünstelten Ton geschriebenes Buch". Hünninger, die ihre Besprechung mit einem Porträt Ecks verbindet, stellt fest, dass er ganz genauso schreibt, wie er spricht. "Wütend? ist der Autor nach Einschätzung der Rezensentin nach nicht, auch wenn er sich offensichtlich an etwas abarbeitet und Dinge gerade rücken will. Das Ergebnis ist "Hilflosigkeit?, die aus den Zeilen des knappen Buches spricht.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.11.2008

Christoph Haas hat sich von diesem Debütroman in den Bann ziehen lassen, der seiner Ansicht nach für das Genre des Kriegsromans "neue Maßstäbe" setzt. Wiewohl unverkennbar in Mogadischu angesiedelt, kann der Schauplatz des Geschehens als exemplarisch für den modernen Krieg gelten und genauso im Irak oder Afghanistan von heute spielen, meint der Rezensent. Sechs amerikanische Soldaten sichern auf einem Hochhausdach einen Hubschraubereinsatz ab, erschießen dabei versehentlich zwei Kinder und flüchten aus Angst vor Vergeltung durch die nächtliche fremde Stadt, erklärt Haas. Ihm imponiert, dass Eck, der übrigens als junger Soldat in Haiti und Afrika war, wie der Rezensent informiert, nicht in "Anti-Kriegspathos" verfällt und dennoch eindrücklich die Schrecken des Krieges aufzuzeigen vermag. Dass er dabei das fremde Land nicht ausschließlich als Bedrohung zeichnet und zudem auch spannend die laut Haas für Männer "nun mal" abenteuerliche Seite des Krieges evoziert, findet der begeisterte Rezensent zusätzlich beeindruckend.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren