Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Mathias Schröder

Sinai

Roman

Cover: Sinai

Matthes und Seitz, München 2000
ISBN-10 3882218266
ISBN-13 9783882218268
Gebunden, 272 Seiten, 14,83 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Ein Mann und eine Frau wollen im Urlaub zum Sinai-Gebirge reisen und werden in Ägypten das schreckende Beispiel eines Falles und Sturzes. Dennoch sind sie imstande, das Unheil aufzuhalten und die Verschattung ihres Lebens zu entkräften.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.02.2001

Eheleid und Eheglück liegen nicht nur im Leben sehr nah beieinander, sondern auch in den beiden von Bruno Steiger besprochenen "Ehebüchern". Während jedoch der Sammelband "Schlimme Ehen" ganz und gar nichts Gutes verheißt, ist es in Mathias Schröders Roman "Sinai" der unerwartete Zufall, der die "Schlimmheit" in die glückliche Ehe trägt, so der Rezensent.
1.) Koch/Overath (Hrsg.): "Schlimme Ehen" (Eichborn)
Der Sammelband enthält nach Steiger eine sorgfältig zusammengetragene Auswahl schlechter Ehen der Weltliteratur. Die Texte machen dabei erwartungsgemäß weniger "Lust" auf die Ehe als auf die Lektüre der auszugsweise angeführten Texte aus "verschiedenen literarischen Epochen". Als besondere Entdeckung hebt dabei der Rezensent den Briefwechsel zwischen Bettina (geb. Brentano) und Achim von Arnim hervor sowie ein befremdliches Eheritual im Text von Dacia Maraini. Alles in allem ein "schön editierter Band", der allerdings "vielleicht zu viele Autoren mit jedenfalls zu kurzen Textbeispielen" bietet.
2.) Mathias Schröder: "Sinai" (Matthes & Seitz)
Eine zunächst "geradezu fabelhaft ideale Ehe" erwartet den Leser hier, so der Rezensent. Am Anfang stehe das "nicht ohne liebevolle Distanz geschilderte Münchner Alltagsidyll". Das Unglück - ein Hirninfarkt der Frau - bricht im Urlaub über diese Gemeinschaft herein. Was danach kommt, bleibt im Dunkeln. So die kurze und knappe Zusammenfassung des Rezensenten, der trotz des trivial erscheinenden Plots dem Buch eine "Authentizität" bescheinigt, die der Kolportage keine Chance gebe. Dies führt er nicht zuletzt auf die "spröde und einfühlsame Sprache" des Autors zurück. Mehr sagt der Rezensent nicht, und wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, dass auch in der Rezension einiges im Dunkeln geblieben ist.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.07.2000

Eine knappe und eher schlechtgelaunte Besprechung dieses Buches bietet K.H.Kramberg. Er misstraut offenbar dem Autor, weil er das Schreiben als Nebenberuf zum Arztsein betreibt, und vielleicht auch, weil sein Buch "Der Krähenbaum" für das ZDF verfilmt wurde. Auch, dass es um Gott und Teufel geht anhand der Geschichte eines ehemals glücklichen Ehepaares, das in den Sinai reist, wo Moses die Gesetzestafeln empfing, hat ihm wenig Laune gemacht, zumal die den Erzählfluss unterbrechenden "Teufeleien" angeblich "nur geträumt" sind. Worum es bei ihnen geht, würde der Leser aber doch interessieren! Ansonsten schreibt der Rezensent sichtlich genervt vom "figurenreichen Alltag eines dem Judentum auch privatim verpflichteten Arztes" und von den "zu abwechslungsreich" ausgemalten Folgen eines Schlaganfalls, der die Ehefrau in Ägypten ereilt. Jedenfalls bleibt, so Kramberg, "kein Auge trocken", und darunter muss sich dann jeder selbst etwas denken.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren