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Klappentext
Ein Mann und eine Frau wollen im Urlaub zum Sinai-Gebirge reisen und werden in Ägypten das schreckende Beispiel eines Falles und Sturzes. Dennoch sind sie imstande, das Unheil aufzuhalten und die Verschattung ihres Lebens zu entkräften.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.02.2001
Eheleid und Eheglück liegen nicht nur im Leben sehr nah beieinander, sondern auch in den beiden von Bruno Steiger besprochenen "Ehebüchern". Während jedoch der Sammelband "Schlimme Ehen" ganz und gar nichts Gutes verheißt, ist es in Mathias Schröders Roman "Sinai" der unerwartete Zufall, der die "Schlimmheit" in die glückliche Ehe trägt, so der Rezensent.
1.) Koch/Overath (Hrsg.): "Schlimme Ehen" (Eichborn)
Der Sammelband enthält nach Steiger eine sorgfältig zusammengetragene Auswahl schlechter Ehen der Weltliteratur. Die Texte machen dabei erwartungsgemäß weniger "Lust" auf die Ehe als auf die Lektüre der auszugsweise angeführten Texte aus "verschiedenen literarischen Epochen". Als besondere Entdeckung hebt dabei der Rezensent den Briefwechsel zwischen Bettina (geb. Brentano) und Achim von Arnim hervor sowie ein befremdliches Eheritual im Text von Dacia Maraini. Alles in allem ein "schön editierter Band", der allerdings "vielleicht zu viele Autoren mit jedenfalls zu kurzen Textbeispielen" bietet.
2.) Mathias Schröder: "Sinai" (Matthes & Seitz)
Eine zunächst "geradezu fabelhaft ideale Ehe" erwartet den Leser hier, so der Rezensent. Am Anfang stehe das "nicht ohne liebevolle Distanz geschilderte Münchner Alltagsidyll". Das Unglück - ein Hirninfarkt der Frau - bricht im Urlaub über diese Gemeinschaft herein. Was danach kommt, bleibt im Dunkeln. So die kurze und knappe Zusammenfassung des Rezensenten, der trotz des trivial erscheinenden Plots dem Buch eine "Authentizität" bescheinigt, die der Kolportage keine Chance gebe. Dies führt er nicht zuletzt auf die "spröde und einfühlsame Sprache" des Autors zurück. Mehr sagt der Rezensent nicht, und wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, dass auch in der Rezension einiges im Dunkeln geblieben ist.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.07.2000
Eine knappe und eher schlechtgelaunte Besprechung dieses Buches bietet K.H.Kramberg. Er misstraut offenbar dem Autor, weil er das Schreiben als Nebenberuf zum Arztsein betreibt, und vielleicht auch, weil sein Buch "Der Krähenbaum" für das ZDF verfilmt wurde. Auch, dass es um Gott und Teufel geht anhand der Geschichte eines ehemals glücklichen Ehepaares, das in den Sinai reist, wo Moses die Gesetzestafeln empfing, hat ihm wenig Laune gemacht, zumal die den Erzählfluss unterbrechenden "Teufeleien" angeblich "nur geträumt" sind. Worum es bei ihnen geht, würde der Leser aber doch interessieren! Ansonsten schreibt der Rezensent sichtlich genervt vom "figurenreichen Alltag eines dem Judentum auch privatim verpflichteten Arztes" und von den "zu abwechslungsreich" ausgemalten Folgen eines Schlaganfalls, der die Ehefrau in Ägypten ereilt. Jedenfalls bleibt, so Kramberg, "kein Auge trocken", und darunter muss sich dann jeder selbst etwas denken.
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